Ich bin durchaus angetan davon, wenn kreative Menschen Wahlplakate mit schlauen Ideen verfeinern. Natürlich heiße ich nicht Vandalismus gut oder rufe dazu auf, aber das, was mit Wahlplakaten so passiert, gehört genauso zur Zeitgeschichte. Es ist eine Meinungsäußerung der Wähler, Dokumenationen davon werden sogar ausgestellt.

Ich als Grafiker lasse es mir dennoch nicht nehmen, Wahlplakate, die mir negativ auffallen, zu persiflieren. Natürlich nur digital mit Photoshop und einem Foto, nicht mit echtem Vandalismus.

Wasser predigen

Die Plakate der FDP sind mir im NRW-Wahlkampf besonders negativ aufgefallen. Bereits Wochen vor allen anderen Parteien wurden die Städte mit teuren Wesselmännern zugestellt und wöchentlich wurde das Motiv gewechselt. Überall wird dort von Schulden gesprochen, zusammen mit einem Christian Linder in Macher-Pose. Und dabei hat die FDP selbst 8,5 Millionen Euro Schulden, auch aufgrund dieses aufwändigen Wahlkampfes.

Das neue Plakat dieser Woche hat schon wieder eine dieser Macher-Posen. Aber diesmal kam mir ein Gedanke: Diese Handhaltung, diese Heuchelei … daraus lässt sich was machen. Prost!

PS: Das Foto des Plakates inkl. Bildbearbeitung liegt unter CC-Lizenz. Über Links und Kommentare würde ich mich freuen!

Nachtrag: Bevor hier Verwirrung aufkommt: Die leicht schräge Haltung, der zugedröhnt Blick und die Tatsache, dass er sich festhält ist nicht gephotoshoppt. Passt aber super zum Rotweinglas, findet ihr nicht? 🙂

Andreas Poschen

ist ein 34jähriger E-Commerce Experte, agile Product Owner und UX-Fan aus Aachen. Er arbeitet in Köln in einer großen Agentur und schreibt hier über seine Profession, seine Gedanken, Netzfundstücke und zu seinen Lieblingsserien. (mehr zu Andreas). Folgt ihm auf:


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