Foto: Jacoplane – Creative Commons Lizenz

Ich war heute einigermaßen geschockt, als ich von der Trennung von Sylvie und Rafael van der Vaart gelesen habe. Nicht weil mich eine Promitrennung in irgendeiner Form jucken würden, sondern weil der eigentliche Auslöser der Trennung in den Qualitäts- und Minderqualitätsmedien nur in Nebensätzen erscheint.

Was scheinbar passiert ist: Ein durchtrainierter Profisportler hat seiner Ehefrau, eine 45-50kg Person meiner Schätzung nach, so heftig eine runtergehauen, dass sie zu Boden gestürzt ist.

Was berichten die Medien? Die Bild titelt nur, wie schwer sie verliebt waren, woran es denn gescheitert sein könnte, der Schlag steht irgendwo im letzten Drittel, fast nur beiläufig erwähnt. Der Titel beim Stern „Kleiner Engel, großes Drama“ täuscht, denn dort ist in keiner Silbe die Rede von der Körperverletzung, es folgt nur uninteressantes Society-Geschwurbel. Der Spiegel titelt nichtssagend „Es ist aus“, aber immerhin wird der Schlag gegen die Ehefrau im Teaser aufgeführt. Leider wurde die Meldung schnell nach unten verdrängt, von einem dazu (un)passenden Interview mit einem Marketingprofessor.

Überdramatisiere ich etwa, wenn ich den Schlag gegen die Frau in einer Headline erwartet hätte? Wenn ich finde, dass der Kerl dafür in der Society geächtet, Strafrechtlich verfolgt und bei seinen nächsten 1000 Spielen ausgebuht gehört?

Andreas Poschen

ist ein 34jähriger E-Commerce Experte, agile Product Owner und UX-Fan aus Aachen. Er arbeitet in Köln in einer großen Agentur und schreibt hier über seine Profession, seine Gedanken, Netzfundstücke und zu seinen Lieblingsserien. (mehr zu Andreas). Folgt ihm auf:


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