Dank Rivva bin ich über diesen Blogeintrag gestolpert. Den Artikel kurz zusammengefasst: 95% aller QR-Codes seien nutzlose PR-Spielereien von den gleichen Teufeln, die in den 90ern Flash-Intros programmiert haben.

Grundsätzlich stimmt es leider. In vielen Marketingabteilungen ist es derzeit wohl der absolute Trend, alles und jeden mit einem QR-Code zu versehen. So nach dem Tenor: Wir brauchen einen QR-Code für die Smartphonebenutzer, damit die auch auf unsere Plakate gucken. Und genau ab diesem Punkt setzt bei vielen Planern das Denkvermögen aus. Eine URL wird mittels QR-Code maskiert und … das wars. Schlimmstenfalls ist es einfach nur ein Link zu einer nicht-mobilfähigen Webseite wo genau das gleiche steht, wie auf dem Plakat.

Ein persönliches Negativbeispiel ist mir beim Halt an einer Raststätte aufgefallen, ein Pappaufsteller des ADAC mit QR-Code:

Gut gedacht – schlecht gemacht. Der Mehrwert wäre gegeben, aber ist auf dem Smartphone nicht lesbar.

Warum QR-Codes

Aber im Gegensatz zum Autor des o.g. Blogeintrags würde ich QR-Codes nicht grundsätzlich ablehnen. Sie sind sinnvoll, wenn man sie richtig einsetzt. Und zwar als Mehrwert über die Offlinewelt hinaus – und natürlich mit mobilfähigem Inhalt. Wäre der Inhalt des ADAC hinter dem QR-Code mobilfähig gewesen, wäre das doch eine tolle Möglichkeit gewesen, das gesamte Vorteilsprogramm aufzuzählen, vielleicht sogar mit Button zum direkten Anruf beim ADAC-Service-Center, gute Smartphones erkennen HTML-Buttons mit Telefonnummer automatisch.

Es könnten nicht nur einfache Webseiten dahinter liegen, man stelle sich einfach einen Medienkatalog vor, wo QR-Codes zu mobilen Leseproben, Hörproben oder YouTube-Videos führen. So etwas ist mit relativ wenig Aufwand möglich, es muss ja nicht immer gleich eine Augmented Reality App sein.

Übrigens: Auch außerhalb von Werbemitteln sind QR-Codes sinnvoll, so können die Codes nicht nur eine schnöde URL enthalten, sondern auch eine komplette V-Card, die gute Telefone direkt ins Adressbuch übernehmen können, Texte, Telefonnummern oder vorgefertigte SMS. Insbesondere auf Visitenkarten können QR-Codes eine besonders gute Figur machen.

Ich finde QR-Codes toll und freue mich immer, wenn der Content dahinter zeigt, dass jemand mitgedacht hat. Was meint ihr?

Andreas Poschen

ist ein 34jähriger E-Commerce Experte, agile Product Owner und UX-Fan aus Aachen. Er arbeitet in Köln in einer großen Agentur und schreibt hier über seine Profession, seine Gedanken, Netzfundstücke und zu seinen Lieblingsserien. (mehr zu Andreas). Folgt ihm auf:


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3 Kommentare zu “Sinnvolle QR-Codes

  1. Genauso ist es! Ein Link in QR Form. Das ist leider komplett unnötig, da freue ich mich über die animierten oder die erweiterten QR Codes mit bspw. den Angry Birds oder einem Möbelhaus. Da wurde man auch kreativ tätig, sodass die Person den Code auch tatsächlich einscannt!!!

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