
Erstmal vorab: Wusstet ihr, dass es vollkommen egal ist, ob man target=”_blank” oder target=”_karlheinz” schreibt? Beides öffnet ein neues Fenster.
Bei xhtml als invalide bestraft und schon vor 10 Jahren als “Design mistake” gebranntmarkt (danke an Peter Kröner für den interessanten Artikel) sollte jeder gute Webdesigner darauf verzichten, den Surfer zu bevormunden und ihm aufzuzwingen, wann ein neues Fenster aufzugehen hat.
Sollte…. Naja…. das Hauptargument ist wie gesagt die Bevormundung und die Tatsache, dass heute jeder gute Browser Tabs beherrscht und auch jeder weiß wie das geht. Jeder? Bei weitem gefehlt. Der IE6 hat zum Zeitpunk des Artikels immer noch 20% Marktanteil und außer uns Internetgeeks gibts recht wenige Leute, die so virtuos mit den Tabs klimpern können.
Denke ich an meinen Vater im Rentenalter, der erst seit 2 Jahren einen PC besitzt, so werden Tabs niemals zu ihm durchdringen, weil er einfach nicht genug Zeit vor dem Rechner verbringt um unsere Profitricks mitzubekommen. Oder auch meine Freundin, die das Netz nur zur gelegentlichen Informationsbeschaffung oder zum Verweilen in ihrem Lieblingforum benötigt. Gezeigt habe ich beiden, dass es auch Tabs gibt, aber benutzt werden Sie nicht. Die einfache Abfolge von Informationen reicht ihnen. Nicht so wie wir, mit unseren 25 offenen Tabs und 15 Communities, in denen wir gleichzeitig agieren. Wir sind in der Minderheit!
So, jetzt komme ich als Webdesigner an, und schreibe schön ohne target blank und meine Vorgesetzten fragen mich, warum denn die Seite des Kunden verschwindet, wenn man auf einen externen Link klickt. Ich sage, dass das valide sei, aber das Argument stimmt schon: Der Kunde mag es nicht, dass seine Seite verschwindet. Insbesondere wenn man zum Großteil oben beschrieben Surfertyp ansprechen will, der keine Tabs kennt und nur den Vorwärts/Rückwärts Button. Außer auf Geekseiten wird der Großteil der Zielgruppe auf Tabs verzichten.
Was tun?