Deutschland ist für seine Abmahnggesetzgebung und die daraus resultierende CashCow schon legendär, aber was da jetzt als Abmahnung in die Welt hinausgegangen ist, ist kaum noch zu toppen.
Ihr kennt das vielleicht, wenn ihr in einem großen Firmennetzwerk seid und aufs Internet zugreifen wollt. Manche Seiten sind gesperrt und leiten womöglich aufs Intranet um, oder zeigen einen Hinweis, dass der Aufruf nicht gestattet ist.
Jetzt hat irgendein schlauer Admin der Firma „KOMSA“ das Netzwerk vermutlich so konfiguriert, dass Werbebanner nicht angezeigt werden (Adblocker), sondern stattdessen das Firmenlogo. Also der Aufruf einer mit Werbung bestückten Webseite aus deren Netzwerk hatte zur Folge, dass die KOMSA-Benutzer ihr Logo massenhaft auf anderen Webseiten sahen. Aber das kam eben nicht von den Webseiten, sondern aus dem hauseigenen Serverkeller. So weit, so normal.
Und der Knaller kommt jetzt: Die Rechtsabteilung (oder irgendwer, der es ihnen berichtet hat) hat das vermutlich nicht geschnallt und hat an Webseiten, die sie selber aufgerufen haben und das Logo (natürlich) gesehen haben, Abmahnungen verschickt. Mit Drohung von Vertragsstrafen über 25.000 Euro und einem Streitwert von 50.000 Euro. Der Grund:
“Es besteht neben der Gefahr der Verwässerung der Markenkennzeichnungskraft ein Verdacht auf Rufausbeutung.”
Ich liege unterm Tisch. Und ich bin sprachlos. Sind die da echt durchs Netz gesurft und haben auf jeder zweiten Seite deren Logo erkannt und ne Abmahnung rausgeschickt? Ist das nicht mal irgendwem aufgefallen? Ich hoffe, die Resonanz in der Blogosphäre sorgt dafür, dass da mal jemand einen Computerführerschein gesponsort bekommt.
Nachzulesen gibts das ganze bei einem, den es getroffen hat, im Blog von Karsten Windfelder. Oder direkt bei Spiegel Online (!), das gibt peinliche PR.

CNN triftt auf Facebooks Social Community. Ob Youtube, Joost, oder dieses hier. Amerika machts vor, Deutschland machts kaputt