Im Berliner Wahlkampf sind des Nächtens sogenannte “Adbuster” unterwegs. Sie manipulieren die Wahlplakate um gegen die Inhaltsleere zu demonstrieren. Aus flachen Slogans werden so kreative Finger, die tief in die Wunden der Parteien gedrückt werden. Die manipulationen sind mit gleicher Farbe, gleicher Schriftart so geschickt gemacht, dass man es erst auf den zweiten Blick merkt. Aus “Aufräumen. Für Berlin” von der CDU wird somit “Einsperren. Abschieben. Aufräumen. Für Berlin”.

Macht euch selbst ein Bild:

 

(via)

Ein katholisches Krankenhaus darf einen Mitarbeiter nicht feuern, wenn dieser zum zweiten Mal heiratet. Doch halt, freut euch nicht zu früh. Das Bundesarbeitsgericht (!) hat entschieden: Nur in diesem Fall ist es wegen spezieller Gründe (andere wurden bei gleichem Vergehen nicht gefeuert) nicht erlaubt.

Grundsätzlich darf ein kirchlicher Arbeitgeber sowas. Denn laut dem Gericht darf die private Lebensführung die Glaubwürdigkeit der Kirche nicht untergraben. Also: Wer glaubt, dass wir in einem Staat leben, der Staat und Religion absolut trennt und der sich an den Gleichhandlunggrundsatz hält, der irrt.

Warum lassen wir uns in einem säkulären Staat immer noch an Karfreitagen von Amtsschimmeln das Tanzen verbieten?

(Bild via Wikimedia – CC Lizenz)

Eigentlich könnte man es als Musterbeispiel für die Integration sehen. Ein islamgläubiger Mensch iranischer Herkunft wird zum Karnevalsprinzen in Bonn. Ausgerechnet bei der konservativsten und urdeutschesten Tradition, die dieses Land hergibt, steht er mit dem Namen „Prinz Amir I.“ an der Spitze. Nun, Karneval interessiert mich nicht sonderlich, aber vom Grundgedanken find ich das toll.

Nun, es wäre toll, wenn nicht irgendwer in die Suppe spucken würde. Der Suppenspucker hier nennt sich Stadtdekan Wilfried Schumacher, der zwar mit seinem Twitteraccount jugendlichkeit und moderne simuliert, aber so dermaßen rückständig ist (oder zumindest die rückständigen Positionen seiner Firma vertritt), dass er dem Prinzen die traditionelle Rede im „Mundartgottestdienst“ im Gegensatz zu seinen Vorgängern verbietet. Moslems beten für ihn den falschen Gott an und müssen schweigen. Und laut einem Fernsehbericht, den ich gesehen habe, hatte der Herr Stadtdekan nicht mal den Mumm, ihm das persönlich zu sagen. Er hat es über seinen o.g. Twitteraccount verbreitet. Er schrieb:

  • Karneval und Christentum gehören zusammen.Ob es Tollität Amir gefällt oder nicht. Im Münster habe ich es das sagen.Er wird es lernen müssen. 2:53 PM Jan 15th from web
  • Einige Leute in unserer Stadt brauchen Nachhilfe:Karneval und Kirche gehören zusammen – sie werden sie erhalten.Freuet Euch! oder auch nicht 11:53 PM Jan 14th from web

Nunja, lasst euch nicht die Karnevalsfreude durch solche Leute vermiesen, feiert, trinkt und kostümiert euch. Für Herrn Stadtdekan hab ich auch glatt einen Kostümvorschlag, wie wäre es als Gespenst?

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(Leute in Gespensterkostümen, Quelle – Wikipedia)

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