Im letzten Wahlkampf konnte jeder, der ein wenig Ahnung von Technik hat, wunderbar miterleben, wie inkompetent, unerfahren und hilflos die meisten Politiker sind, wenn es um das Thema Internet geht. Aber Beispiele gibts nicht nur zu Wahlkampfzeiten, jeden Tag gibt es einen neuen Leckerbissen:
Heute ist es die Stadt Mannheim. Sie schickt ernsthaft einen Anwalt vor, der vom Besitzer des Twitteraccounts twitter.com/mannheim die Herausgabe eben jenes Accounts fordert. Namensrechte blahblahblah.
Was glaubt die Stadt eigentlich, wieviel Anrecht sie an einem Login-Namen oder einem Pfad (/mannheim/) auf dem Webserver einer Firma hat, die noch nichtmal in Deutschland sitzt? Was kommt als nächstes? Werden alle verklagt die “Mannheim” als Teil ihrer Mailadresse haben? Oder die, die ihre Fotos auf dem Webserver nach /fotos/staedte/mannheim ordnen?

Eins gleich vorneweg, von meiner großen Social Network-Skepsis bin ich nicht abgerückt. Gut, bei Xing habe ich im Zuge der Arbeitslosigkeit mal mein Profil ausgefüllt, aber die restlichen Social Networks interessieren mich weiterhin nicht.
Nur bei Twitter mische ich nun mit. Dabei ist mir Twitter an sich zuwider. Diese Interaktion über deren Seite kommt mir vor wie Web 0.5, als würde man ICQ über eine Internetseite machen. Aber da mein geliebtes Adium in Version 1.4 Beta jetzt Twitternachrichten so unterstützt, als wären es Instant Messages, erhält es auf einmal die Interaktion, die ich brauche.
So gesehen ist Twitter (wie gesagt, mit externen Tools) jetzt eine schöne Mischung aus kurzem Blogbeitrag, Instant Message und Trackback. Im Handel würde man wohl von einem weiteren Vertriebskanal sprechen. Ich habe Twitter jetzt in das Blog integriert und schreibe da kleinere Sachen rein, die zuwenig für einen Blogbeitrag wären. Ebenso wird über Twitter Bescheid gesagt, wenn ich einen neuen Blogeintrag schreibe. Da ich nur ein paar Einträge die Woche mache, sollte das nicht stören. Wer möchte, kann mir also ab sofort folgen
Design
Hab nochmal ein wenig am Design geschraubt. Einige nette CSS3-Features eingebaut (schade IE-Benutzer!), eine schicke @font-face Schrift eingebaut und mal eine Verbindung zum Flickr-Album hergestellt.
Zusätzlich habe ich die Sidebar entrümpelt, insbesondere die Blogroll. Blogs wie Admartinator, Praegnanz, Apfelquak haben eh genug Backlinks und bringen wenn überhaupt nur vereinzelt langweilige Beiträge. Allgemeines Blogsterben.

Obwohl ich in so ziemlich allen Belangen ein Nerd unterm Herrn bin … aber bei Xing.com, MySpace, Twitter, StudiVZ, Facebook und wie sie alle heißen fühl ich mich verloren. Ich weiß nicht was ich da soll. Bei fast allen hab ich mich mal angemeldet, ich bin schließlich ein Nerd am Puls der Zeit, immer am Ball, immer das Neuste mitbekommen und meine schmale Freizeit zwischen 50 Mails und 500 RSS Feeds muss schließlich noch ausgefüllt werden. Aber … eh … ich weiß wirklich nicht was ich da soll, nichts reizt mich da, nichts interessantes zu finden dort. Liegts daran, dass ichs eh nicht so mit Menschen hab oder daran, dass ich gut auf meine Daten im Netz achtgebe, was somit diesen Netzwerken die Existenzgrundlage entzieht?
Erklärts mir! Bekehrt mich!

Dies ist nur eine von unzähligen Mails, die intern in einem nicht weiter genannten Unternehmen umhergegangen sind, die sich ins pure Web2.0 stürzen wollen. Natürlich langfristig geplant und korrekt vorbereitet stürzen … sowas gibts nur in Deutschland.
Re:Re: Re: Re:Re: Re: Re: Re: Re: FW: Re: FW: Re: Re: Tweet#1
Montag 13:40 Uhr
CC: K, M., P., D., L.
Hallo F., N. wird, gemeinsam mit unsereren neuen Praktikanten, ein paar Folien (Powerpoint) zusammenstellen und unsere Kommunikationsstrategie für twitter darlegen. Dazu werden wir Ende kommender Woche eine Besprechung einberufen. Ich denke es macht Sinn, das dann aus allen Abteilungen ein Entscheidungsträger anwesend ist.
Wir werden bis heute Abend eine Excel-Liste im Intranet veröffentlichen, die alle tweets der kommenden 14 Tage beinhaltet. Ich denke, das beschleunigt den Freigabeprozess.
Viele Grüße H.
Den vollständigen Mailwechsel gibts hier. Einfach zum totlachen. (via)
