Ich habe heute den Fehler gemacht, die Webseite der Aachener Nachrichten ohne Werbefilter zu besuchen. Und jetzt schaut Euch einmal an, welcher Bereich meines 1200×800 Pixel großen Viewports die Werbung auf dieser Seite und wieviel die eigentlich Hauptaufgabe eines Nachrichtenmagazins einnimmt, hier eine Schemazeichnung:

Hinweis: Das Weiße sind leere Flächen, das Rote ist Werbung und das Grüne sind die eigentlichen Bereiche journalistischer Tätigkeit. Wobei der obere und rechte Block, sowie die Hälfte des mittleren Blocks dauerhaft unveränderte Kategorien sind.  Das ist schon ziemlich heftig, oder?

Ich habe gerade ausgerechnet, dass in meinem Viewport die sichtbare Nachricht und der eigentlich journalistische Teil dieser Plattform in etwa 8,7% Fläche einnimmt. Mal ganz ehrlich: Wundert es da irgendjemanden, dass sich immer mehr Surfer einen Werbefilter anschaffen?

Ich klickte mich so durch die Threads auf mediengestalter.info und bin auf folgendes Stellenangebot für Freelancer gestoßen.

Du bist ein/-e preiswerte/-r Web-Designer/-in

(…)

Bitte bedenke, dass wir als Agentur für unsere sehr kleinen Kunden (Handwerk etc) keine hohen Stundensätze zahlen können. Schließlich wollen wir auch noch etwas verdienen. Sorry.

Wenn du dich trotzalledem angesprochen fühlst …

(…)

Kontakt
Die Identität wird auf Wunsch des Eintragenden nicht veröffentlicht. Bitte verwende zu einer Kontaktaufnahme das Formular.

Zu finden hier und hier. Wenn ich sowas lese bleibt mir die Spucke weg. Ist der Markt schon so kaputt? Oder ist hier was ganz anderes kaputt?

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Auf designreviver.com gibt es eine schöne kurze Übersicht, über die bisherige Evolution im Webdesign, von den ersten Textwüsten bis hin zu Internet auf dem Handy.

Wenn man mal überlegt, im Grunde hat sich die Technik nur wenig verändert, nur die Geschwindigkeit der Leitungen und die kreativen Köpfe haben gehörig was geändert. Das HTTP Protokoll, das uns die Daten liefert, ist schon 13 Jahre alt, HTML4 schon 12 Jahre und auch der Ajax Request, mit dem viele jQuery Spielereien erst so richtig pepp bekommen, hat schon viele Jahre auf dem Buckel. Das was man heutzutage in Photoshop kann, hätte man theoretisch auch schon mit Version 6 oder kleiner gekonnt. Das alles hat sich von ein paar Textwüsten zu einem neuen Medium entwickelt, wovon Science-Fiction Autoren mal geträumt haben. Und in was für einem Zeitraum! Immer wieder faszinierend, wenn man dran zurückdenkt.

via

Pixel

Vor ein oder zwei Jahren wäre ich absolut dafür gewesen, möglichst flexible oder „fluid“ Designs zu erstellen. Die Idee dahinter ist, dass man sämtliche Pixelwerte im CSS in relativen Größen (z.B. em) angibt, damit sehbehinderte Mitbürger mit der Textzoomfunktion, die sich auf alle em-Werte bezieht, die Webseite vergrößern können. Mitunter begehen manche Webdesigner einen ziemlichen Krampf, um alles bis hin zu Videos und Bildern in relativen Größen zu übertragen, wie man z.B. hier sieht (macht einfach mal das Browserfenster kleiner). Schön, wenn man dafür Zeit hat.

Aber vor besagten ein bis zwei Jahren waren die Browser noch älter und der IE6 ein ziemlicher Platzhirsch. Und dieser Browser ist der einzige, für den man solche Verrenkungen noch braucht. Alle modernen Browser haben standardmäßig einen Zoom aktiviert, der die ganze Seite größer rendert. Der klassische Textzoom ist nur noch eine Sonderfunktion.

Darüberhinaus erscheint es mir total widersinnig, bei einem Medium was vom ersten Photoshop Layout bis zur fertigen Seite auf Pixel ausgelegt ist, beim CSS Code relative Werte zu benutzen. Die Geräte, die sowas darstellen, die sollen aus den Pixeln das Beste machen. Und das tun sie auch, wie bereits gennante moderne Browser oder z.B. das iPhone, dass sich die Seiten in die richtige Größe rendert.

Jemand anderer Meinung? Schreibt mir gerne einen Kommentar

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