Seit ca. 2 Monaten schwappt eine geheimnisvolle Werbeaktion über die Städte hinweg. Im Dezember 2011 hingen auf vielen Plakatwänden Motive, auf denen schwarz auf weiß ausschließlich „MAYBE“ stand.

Der Gesetzgebung sei Dank konnten wir im Fuße des Plakats bereits durch die verpflichtenden Warnhinweise erkennen, dass es sich ganz offensichtlich um Zigarettenwerbung handelte.

Später offenbahrte sich der Hintergrund der Aktion: Es folgten weitere Plakate mit dem Satz „Don’t be a Maybe – be Marlboro!“ und der Werbung für Marlboro Zigaretten in Form einer Zigarettenpackung.

Das ist in mehrfacher Hinsicht ein ziemlicher Griff ins Klo. Einerseits vermittelt der Satz eine unverblümte Aufforderung zum Rauchen. Andererseits wirkt er zusammen mit dem „Rauchen ist tödlich“-Warnhinweis unfreiwillig komisch. Marlboro verabschiedet sich vom Konjunktiv. Natürlich tödlich.

Gestützt wird die Aktion übrigens noch von Kinowerbung, mit den typischen Rauchen-macht-dich-frei-Superheld-in-weiter-Prärie-Bilderfolge und dem Hinweis: „Don’t be a maybe“ – Maybes  – also „Vielleichts“ – erobern einfach nicht die Welt. Der 1992 im Alter von 52 Jahren an Lungenkrebs gestorbene Marlboro-Mann wäre stolz auf euch! Somit wurde alles an Werbemitteln ausgeschöpft, was leider noch immer nicht verboten ist.

Die Werbemacher haben sich durch das geheimnisvolle Plakat wohl einen viralen Werbeeffekt erhofft. Und das hätte auch funktioniert, wenn man mal ein wenig googelt, findet man viele Fragen nach diesem ominösen Plakat. Mit einem anderen Werbeobjekt, einem Auto z.B., wäre die Kampagne vermutlich ein voller Erfolg.

Alternativvorschlag

Mir als Grafiker ist schon beim ersten Betrachten ein Alternativvorschlag eingefallen, auch mit einem tollen Wortspiel. Was meint ihr?

 

Bild als satirisches Werk nach § 24 UrhG (freie Benutzung) erstellt. Weiterverbreitung ohne weitere Bedingungen meinerseits erwünscht

Rauchen
Tabakprodukte und andere süchtigmachende und schädliche (Rausch)mittel wie Alkohol sind für mich Dinge, die gar nicht mehr beworben werden sollten. Ich kann nicht verstehen, dass man Fernsehwerbung für Zigaretten verbietet, aber solche dümmlichen Aktionen weiter exisiteren dürfen. Was meint ihr?

Andreas ist ein Spezialist für E-Commerce, UX und Digital Marketing. Folgt ihm gerne auf:

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19 Kommentare zu “Don’t be a MAYBE – Die neue Marlboro Werbung (inkl. Alternativvorschlag meinerseits)

  1. Dorit on

    Und ich dachte, auch Plakat-Werbung für Zigaretten sei Verboten !?
    Ich kann mich jedenfalls an keine weitere Zigarettenwerbung anderer Marken erinnern, oder ist das Zufall?

    Ich find´s jedenfalls bitter, was Marboro da macht.

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  2. Klaus-Steffen Priemer on

    Nur das Maybe kommt natürlich nicht so gut an. Heute morgen bin ich an einer Werbung vorbeigefahren nach dem Motto „Freiheit beginnt nicht mit einem MAYBE“. Das finde ich ich schon wieder kreativ, auch als Nichtraucher. Haben wir es doch im Geschäftsleben mit vielen vielleichts, eventuells, Herr Würde, Frau Könnte und Vertriebsleiter Sollte zu tun. Vor dem Hintergrund einer klaren und konkreten Kommunikation sind Entscheidungen und entsprechende Handlungen wichtig. Freiheit hat selbstverständlich nicht zwingend etwas mit Rauchen zu tun. Die richtigen Entscheidungen treffen um so mehr. Mein LIKE für CAN statt Cancer!

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  3. Larissa on

    Hallo Andreas
    ich werde deine Idee eventuell für ein Plakat für eine Prüfung an der Uni benutzen, hoffe das ist in Ordnung für dich.
    Ist rein intern und nichts kommerzielles, dein Name wird natürlich dankend erwähnt.
    Liebe Grüße

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  4. gegenvorschlag on

    Ich hätte da auch noch eine Idee, nämllich ähnlich zu deiner. Man behält das Design von Marlboro, macht aber z.B. ein Bild von einem im Krankenhaus, bisschen schummrig. Im Vordergrund steht: „Maybe never hat lungcancer – dont be maybe – be“ usw, was die halt als Spruch haben.
    Also gleiches Prinzip wie die, nur mit negativen Sachen.
    „Maybe never lost his vocal chords…“
    Auf jeden Fall finde ich das ziemlich heftig, was für eine verherrlichende Werbung grade auf dem Markt kursiert. Gerade weil Kinder und Jugendliche sich schnell von sowas „inspirieren“ lassen.

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