Wie hoch ist der Verdienst des Mediengestalters? Diese Frage hat mich während der Ausbildung auch sehr beschäftigt. Es gibt viele Tabellen für den Lohn, aber keine richtige Zusammenfassung. Daher habe ich diese Seite erstellt. Letztes Update: 21.10.2012 (erweitert um Lohnberechnung und Arbeitszeit)

Warum das Gehalt eines Mediengestalters so schwierig zu beschreiben ist

Einflüsse auf den Lohn

Was man feststellen kann: Die Löhne gehen extrem weit auseinander. Viele Faktoren spielen hier mit, Geschlecht (leider immer noch), Ost/West, Alter, Erfahrung, Können. Nicht zu unterschätzen ist der Faktor Lohn vs. Lebenshaltungskosten in der jeweiligen Stadt. Mit einem 1.500 Euro Gehalt wird man in Berlin oder Leipzig sehr viel weiter kommen, als in Köln, Hamburg oder München.

Wieviel Lohn erhält ein Mediengestalter

Von Kleingeld allein kann man nicht leben – Wieviel verdient ein Mediengestalter?

Fachrichtungen, Fachrichtungen, Fachrichtungen

Da der Beruf des Mediengestalters äußerst vielseitig ist, gehen in Gehaltsumfragen ebenso Werte von kleinen, klammen Designklitschen ein, wie von großen Druckereien mit Tarifverträgen. Bis 2007 ist der Mediengestalter in 4 Fachrichtungen aufgeteilt gewesen: Medienberatung, Mediendesign, Medienoperating und Medientechnik. Danach wurde umstrukturiert und es gab noch 3 Fachrichtungen: Beratung und Planung, Konzeption und Visualisierung, Gestaltung und Technik. Und nicht zu vergessen gibt es noch einen gesonderten Mediengestalter für Bild und Ton.

Dieses Fachrichtungschaos hat einen Grund: So ziemlich alles, was man Medien machen kann, seit vielen Jahrzehnten, hat man im Mediengestalter zusammengefasst. Die altehrwürdigen Berufe Schriftsetzer, Reprograf oder Notenstecher zählen dazu. Vom Zeichner über den Planer von Marketingstrategien bis zum Mediengestalter in der Druckvorstufe und natürlich das riesige mögliche Arbeitsumfeld der Bild-und-Ton-Mediengestalter nennt sich heute Mediengestalter. Zusammen mit diesen ganzen Möglichkeiten und den oben genannten Faktoren ist es sehr schwer festzulegen: Dieses Gehalt verdient ein Mediengestalter.

Wie sehen denn nun die Verdienstaussichten aus?

Ich habe mich auf die Suche nach Zahlen begeben und hier etwas zusammengefasst. Falls du die oberen Abschnitte übersprungen hast: Lies sie! Der Lohn hat extrem viele Einflussfaktoren!

Momentan liegt das Durchschnittsgehalt eines Mediengestalters in den Anfangsjahren gefühlt bei etwa 1800-2500 Euro brutto. Je nach Qualifikation sind die Grenzen nach oben hin weit offen. Nach unten sind in Internetforen ebenso oft erschreckend niedrige Löhne von 1.500 Euro brutto und weniger zu lesen, natürlich bei 40 Stunden und Überstunden ohne Ende. Für dieses Geld solltet ihr ohne Aussichten auf schnelle Steigerung in einem anspruchsvollen Job schlicht und einfach nicht arbeiten gehen. Nur so könnt ihr höhere Löhne erreichen. Seht es mal so: Ein Mediengestalter im Webdesign hat mitunter einen ebenso anspruchsvollen Job, wie der Programmierer, der neben ihm sitzt. Aber der Mediengestalter verdient weitaus weniger. Warum? Weil er sich es bieten lässt und weil der Fachkräftemangel scheinbar noch nicht groß genug ist!

Die Zahlen

Hier habe ich ein paar Zahlenquellen zusammengetragen. Im Grunde sind Zahlen aber wie oben gesagt Schall und Rauch ohne die Einflussfaktoren zu berücksichtigen. Auch geht aus diesen Statistikzahlen nicht hervor, wie die Rahmenbedingungen aussehen, also die restlichen Werte wie Wochenarbeitszeit, Urlaubstage, Gratifikationen etc. Aber es gibt zumindest schonmal eine grobe Richtung:


Achtung: Wenn du direkt hier zu den Zahlen vorgesprungen bist: Lies dir die vorigen Abschnitte durch! Es gibt zuviele Faktoren, als dass diese Zahlen reichen würden!

So sieht es die Bundesagentur für Arbeit

Mediengestalter Digital und Print:
Bruttomonatslohn:   €  2.341 bis €  2.928
Bruttojahreslohn:   € 28.092 bis € 35.136

Mediengestalter Bild und Ton
Bruttomonatslohn:   €  2.400 bis €  2.600
Bruttojahreslohn:   € 28.800 bis € 31.200

Tarifvertrag der Druckindustrie

Bei Lohngruppe 5 im Monat        €  2.389
Im Tarifvertrag gibt es genaue Angabe zu Lohn, Urlaubstagen,
Gratifikationen, etc. Falls ihr unter einen Tarifvertrag fallt,
solltet ihr Euch informieren, z.B. bei Verdi.

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Allgemeines Bild in Foren und Umfragen

Bruttomonatslohn     €  1.500 bis €  3.200
Bruttojahreslohn     € 18.000 bis € 38.400

Ausbildung
Ausbildungsvergütung mit Tarifvertrag in der Druckindustrie ab 2012

Jahr 1  € 853     Jahr 2  € 904     Jahr 3  € 955     Jahr 4  € 1006

Hinweis zu Tarifverträgen

Die Angaben hier sind nicht vollständig. Tarifverträge sind recht komplex, daher informiert euch z.B. bei Verdi oder der Gewerkschaft, die für euch gilt.

Kleinvieh macht auch Mist!

Wichtig ist (vor allem wenn ihr mehrere Jobangebote habt), dass ihr nicht einfach nur die blanken Monatslöhne nebeneinander setzt. Wichtig sind die Lebenshaltungskosten am Arbeitsplatz (in Berlin gibt es andere Mieten als in München) und besonders wichtig sind die restlichen Bedingungen im Arbeitsvertrag:

  • Wieviele Urlaubstage gibt es im Jahr?
  • Wieviele Stunden muss man in der Woche arbeiten?
  • Sind Überstunden automatisch mit dem Gehalt abgegolten (was eigentlich nicht korrekt ist) oder werden die ausbezahlt oder ausgeglichen?
  • Gibt es weitere Gratifikationen wie Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld?
Insbesondere die Überstunden/Mehrarbeit wird in vielen Agenturen gesetzwidrig gehandhabt. Pauschal sämtliche Mehrarbeit mit dem Gehalt abzugelten ist nicht zulässig, bzw. nur in Ausnahmefällen, wie bei Führungspositionen, die dafür aber auch erheblich mehr Geld bekommen. Mehr dazu gibt es in diesem Wikipedia-Eintrag.

Mein Tipp

Rechnet das Gehalt – insbesondere wenn es mehrere Jobangebote gibt – auf die Stunde genau aus! Das ist ganz einfach!
  1. Sucht euch die Jahresarbeitstage für das Jahr und das Bundesland heraus, z.B. hier.
  2. Zieht Eure Urlaubstage davon ab
  3. Multipliziert die Arbeitstage mit eurer Tagesarbeitszeit. Bei einer 40 Stunden Woche sind das z.B. 8 Stunden am Tag
  4. Rechnet euer Gehalt für das komplette Jahr aus inkl. Gratifikationen wie Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld (immer im Kopf behalten, dass der Arbeitgeber das jederzeit streichen kann)
  5. Teilt das Gehalt (4) durch die errechneten Stunden (3) und ihr habt euren Stundenlohn
Beispiel: Ihr verdient 2000 Euro im Monat. Dafür geht ihr 40 Stunden arbeiten, bei 25 Urlaubstagen. Es gibt als Gratifikation ein 13. Monatsgehalt. Es ist das Jahr 2013 in NRW.
Dann rechnet ihr: 250 Arbeitstage (siehe Link bei (1)) Minus 25 Urlaubstage. Sind 225 Tage mal 8 Stunden = 1800 Stunden. Jetzt rechnet ihr das Jahresgehalt aus: 2000*12 + 2000 Gratifikation sind 26.000 Euro. Rechnet jetzt 26.000 Euro durch 1800 Stunden und ihr habt in diesem Beispiel einen Stundenlohn von 14,44 Euro.
Habt ihr ein weiteres Angebot, könntet ihr das dann gegenrechnen. Im Hinterkopf immer die Überstundenregelung und unsicheren Gratifikationen behalten. Wenn ihr es genau nehmen wollt, müsstet ihr noch Steuerklassen usw. berücksichtigen, aber da fragt besser einen Steuerberater :-).

Zukunftaussichten / Fortbildung / Weiterbildung

Auch wenn ihr denkt: Beim Mediengestalter zählt nur das Können – nicht ganz. Weiterbildungen bieten Lehrinhalte, die mit gestalterischem Talent nichts zu tun haben und die ihr euch auch nicht mal ebenso selbst beibringen könnt. Insbesondere, wenn man später einmal eine Abteilung leiten möchte oder andere Führungsaufgaben übernehmen will, kommt man nicht um kaufmännische und betriebswirtschaftliche Weiterbildungen herum.

Weiterbildung zum Fachwirt bzw. Medienfachwirt

Der Medienfachwirt oder der Fachwirt allgemein (es gibt weitere, Verlagsfachwirt, Verwaltungsfachwirt z.B.) ist quasi das Meisterbrief-Pendant bei den Schreibtischjobs. Man qualifiziert sich dort für das „mittlere Management“. Das ist ein Gummibegriff, „mittleres Management“ sagt eigentlich gar nichts aus. Aber mit dem Fachwirt hast auf dem Papier eine nachgewiesene Fortbildung, so dass du nun Verwaltungs-, Planungs-, Budgetierungs-, und Personalentscheidungen fällen kannst. Das ist doch schonmal was und wenn es demnächst heißt: Wer wird der neue Abteilungschef, dann hast du etwas vorzuweisen. Nach einigen Jahren Erfahrung als Mediengestalter solltest du dir überlegen, den Fachwirt zu machen.

Übrigens: Die Kurse zum Fachwirt z.B. von der IHK oder anderen privaten Schulen sind zwar recht teuer, so um die 6.000 Euro, jedoch bekommst du durch das „Meister-Bafög“ fast 50% von der Summe durch den Staat erstattet, wenn du erfolgreich abschließt. Das „Bafög“ ist übrigens hier irreführend, es hat mit dem echten Bafög nichts zu tun, du kriegst es auf jeden Fall, egal wieviel die Eltern verdienen ;-). Der einzige Fall wo der Staat nicht zahlt, ist wenn du schon ein Studium hast.

(Fern-)Studiengänge

Ein Studium zu beginnen ist schwer, wenn man bereits im Berufsleben steht. Da bietet sich eigentlich nur ein Fernstudium an. Und da gibt’s extrem viele Möglichkeiten, z.B. in Richtung Betriebswirtschaftslehre für die Management-Anwärter, Richtung Marketing/Kommunikation/Social Media wenn ihr irgendwo in entsprechenden Abteilungen eines großen Unternehmens sitzt. Da kann ich echt keine Empfehlung geben… nur eines: Ich denke, dass bei den Fernstudiengängen jede Menge teurer Schrott mit unnützen Abschlüssen zu finden ist. Macht euch in Foren schlau, was das Beste für euch ist!

Mein Tipp

Kurz und knapp: Stoßt euch im stressigen Agenturleben ein paar Jahre die Hörner ab, lernt ordentlich und versucht mit den paar Kröten zu leben, die euch die Designklitschen zahlen. Irgendwann bieten sich Optionen in größere Firmen zu springen. Idealerweise in Branchen, die primär mit Mediengestaltung nichts zu tun haben, z.B. in einer Marketing- oder Kommunikationsabteilung eines großen Autohauses oder Chemieunternehmens. Dort könnt ihr dann ohne Burn-Out älter werden und euch wie oben genannt weiterbilden.

Nur eines dürft ihr niemals tun: Die Füße hochlegen und beruflich auf der Stelle treten! Denkt mal 10 Jahre zurück, da gabs kein Facebook und keine Social-Media Abteilung in großen Unternehmen, die sich um sowas gekümmert hat. Oder denkt 20 Jahre zurück, da existierte für uns das Internet noch gar nicht. Wer damals als Mediengestalter die ruhige Kugel geschoben hat, ist heute abgehängt worden. Seht zu, dass euch das nicht passiert!

NUN ZU EUCH

Wieviel Gehalt bekommt Ihr? Habt ihr schon eine Fortbildung oder ein Studium gemacht? Arbeitet ihr in einer Agentur oder wo ganz anders? Schreibt es mir in die Kommentare!

Ihr seid Mediengestalter? Werden Mediengestalter-Fan auf Facebook!

(Wenn euch mein Text eine Hilfe war, dann kauft etwas bei Amazon über diesen Link, dann kriege ich ein wenig Provision)

Andreas ist ein Spezialist für E-Commerce, UX und Digital Marketing. Folgt ihm gerne auf:

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144 Kommentare zu “Mediengestalter Gehalt

  1. Katharina on

    Während meiner Ausbildung habe ich auch nur um die 400 Euro bekommen. Dazu unbezahlte Überstunden und einen ziemlich fiesen Chef… Am Ende wollte er mich übernehmen. Ich bin trotzdem gegangen. Hab ein halbes Jahr gesucht. ALG1 trotz niedrigem Gehalt bei fast 900 Euro! Während der Zeit wurde ich ungeplant schwanger. Nun arbeite ich befristet (halbes Jahr) bei einer großen Firma für Gebäudetechnik. Ich mach deren neue Broschüren und so. Kann mich nicht beschweren. Einstellung trotz SS. Achtzig Prozent Homeoffice, dh größtenteils freie Zeiteinteilung. 37 Stundenwoche. Drei Wochen Urlaub. Keine Überstunden. Nette Kollegen. Gehalt liegt nach Abzügen bei ziemlich genau 1700 Euro.

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    • Patrick on

      Das ist doch super. Das ist extrem selten, dass Dich der Arbeitgeber unter diesen Voraussetzungen angestellt hat. Klar, Sympathie und die Chemie zählen immer, genauso wie das jemand sieht, dass man noch für die Sache wirklich brennt Aber sobald man weg von Agenturen geht, sind die Arbeitsbedingungen und die Work-Life-Balance wieder in Ordnung. Später kann man sich ja zusammentun und fortbilden. Dann kann man in die Zukunft sehen und planen.

      Antworten
  2. Zufriedener MG on

    Kurz vorweg, finde es auch recht wenig für 15 Jahre Berufserfahrung in München und vor Allem bei dieser Arbeitszeit + Überstunden.

    Denke aber auch das Patrick etwas sehr theatralisch ist. Nichts für ungut. Aber mit der Vorstellung von Zuhause arbeiten, sich die besten Jobs rauspicken, die Spaß machen darf man sich wirklich nicht wundern enttäuscht zu werden.
    Das Agenturbetreiber/Chefs ein größeres Auto fahren als seine Angestellte sollte auch klar sein. Die meisten haben sich das auch nicht über Nacht aufgebaut. Und mit der Aussage man produziere nur unnütze Werbung machst du unseren Berufsstand ziemlich schlecht. Einer unserer Aufgaben ist es, das Verständnis der Nachrichten zu erleichtern und die Aufmerksamkeit auf sie zu erhöhen auch im privaten Umfeld schenkt eine individuelle/originelle Einladungskarte/Plakate und andere Werbemittel Freude.

    Stimme aber auch zu das kreative Jobs leider viel zu schlecht bezahlt werden. Hart körperliche Arbeit ist das Eine aber auf lange Sicht wird es keine Maschine geben die Kreativität schafft und Trends setzt.

    Ich kann zu meinem Gehalt nur sagen das ich zufrieden bin, weiß aber auch das dies eher eine Seltenheit ist.
    Angestellter (keine leitende Funktion) | 40h | 30 Urlaubstage | 3100 Brutto + Weihnachtsgeld | 4 Jahre Berufserfahrung

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    • Patrick on

      Das ist ja auch eine vernünftige Bezahlung. Man muss sich nur vergegenwärtigen, dass man deutlich mehr als ungelernte Kräfte verdienen muss. Sonst, auch wenn der Job Spaß macht, macht es auf Dauer keinen Sinn. Von zu Hause arbeiten, meinte ich, wenn man den Job als Freelancer oder als Nebenjob betreibt. Interessanterweise betreibt der Forenbetreiber den Kreativjob ungezwungen auch neben dem Hauptjob, genauso wie ich es machen werde. Als Hauptjob nicht geeignet.

      Antworten
      • Patrick on

        Dazu kommt noch erschwerend hinzu, dass Design subjektiv ist, d.h. gefällt ein Design dem Chef nicht, kann man das 16x machen und hängt 2 Tage lang an einer Visitenkarte nebenbei (obwohl das Kunden und Mitarbeiter selbst gut fanden), während die Webseite und die Rollups, die Newsletter und Flyer sowie T-Shirt Bedruckungen, Incentives (günstige Schmierstoffe für Kundenbeziehungen) noch gemacht werden müssten… und dazu E-Mails und andere Kundenanfragen sowie interne Anfragen plus Meetings am Telefon, per Web oder vor Ort, die genau dann reingesetzt werden, wenn man gerade konzentriert bei der Sache ist und kurz davor war, die Sache ein für alle mal zu beenden. Dann wieder nach dem meist ohne Ergebnis verlaufenden Meeting wieder in die alte Thematik rein und bei Rückfragen fragen Sie sich besser selbst, denn der Chef weiß es eh nicht oder er antwortet gar nicht oder ist gar nicht da oder hat einfach bessere Dinge zu tun, um dann nach Ergebnissen zu schreien, die dann am besten gestern erledigt gewesen wären… nein, da mache ich lieber einen weniger subjektiven Job, den man kontrollieren und beenden kann und der der Firma etwas bringt, so dass man mehr verdienen kann. Außerdem ist die Last auf mehreren Schultern verteilt deutlich leichter, d.h. ein stinknormaler Job, der von mehreren Mitarbeitern gemacht wird, bevor man als direkter einzelner Ansprechpartner die volle Breitseite der Geschäftsführung abkriegt.

        Antworten
  3. Supergrobi on

    Hallo

    Meine Eckdaten:

    Ausbildung zur Schriftsetzerin,
    15 Jahre Berufserfahrung. Ausbilderin.
    Gehalt im ersten Arbeitsjahr: 1600 brutto

    Heute:
    40 h/Wo.
    Überstunden nicht bezahlt/nicht frei, gerne mal 14 Std./Tag
    Arbeitszeiten fix ab 7.30, keine Gleitzeit
    Verlag, Buchproduktion,
    Mittelhessen,
    2700 brutto, 24 Tage Urlaub.

    Also, bei uns wird extreme Effizienz und eigentlich die Creme de la creme der Branche gefordert. Dafür finde ich das fixe Arbeitszeit-Modell und den gesetzlichen Mindesturlaub ohne Progression echt lachhaft. Internetnutzung ist untersagt, Knowhow soll aber immer uptodate sein. Bei uns haben schon Mitarbeiter nach 10 Jahren nach der ersten Gehaltserhöhung gefragt und sind gefragt worden, was ihnen eigentlich einfällt… Zudem werden die Leute systematisch klein gehalten, angemeckert, Informationen vorenthalten, Mitarbeiter gegeneinander ausgespielt und ich bin mir nicht mal sich, ob wir nicht abgehört werden…. Ich mach das nur, weil ich die Tätigkeit mag, aber über kurz oder lang werde auch ich zermürbt sein, grade, weil wir nicht mal mehr als 2 Wochen Urlaub am Stück nehmen dürfen, aber das reicht oft nicht.

    Antworten
    • Typographil on

      Hallo,

      hier entwickelt sich eine schöne Sammlung, schön zu lesen =)

      Gerne auch meine Eckdaten:

      gelernter Mediengestalter mit Fokus Print/Design und Konzept, ab dem ersten Jahr,
      Gehaltssteigerung alle 2 Jahre, Raum München, Agenturgröße 11 Mitarbeiter
      Später +Webdesign +Fotografie +Fotodesign +Außenwerbung

      1.600 brutto Festanstellung, 25d Urlaub, 40h Woche
      1.800 brutto Festanstellung, 26d Urlaub, 40h Woche
      1.800 brutto Festanstellung +Nebenverdienst Druckvorstufe, Produktion (s.o) +395
      2.100 brutto Festanstellung, 26d Urlaub, 40h Woche

      Aktuell leitende Position Grafikdesign (Art Director), 15 Jahre Berufserfahrung

      2.100 brutto Festanstellung +Nebenverdienst Druckvorstufe, Produktion (s.o) +450,
      +Nebengewerbe fotografische Tätigkeit +Illustration / 60h Woche / 130 Überstunden / 40 Tage Urlaub offen

      Somit komme ich monatlich auf ca. 2.200 auf die Hand

      lg =)

      Antworten
      • Patrick on

        Nur so eine Frage, ist das nicht in Deutschland und vor allem in München nach so vielen Jahren Berufserfahrung und Vollzeit verdammt wenig Geld? Wie will man denn da eigentlich in München noch überleben? Familie? Oder lebst Du zig Kilometer außerhalb von München und darfst dann in die schicke Gewerbegebiet oder Innenstadtlage der Agentur jeden Tag pendeln? 2200 Brutto wäre mir nach einem Alter von 30 Jahren 100% in Deutschland mit hohen Fixkosten definitiv zu wenig. Das letzte Angebot, was mir jemand auf den Tisch gelegt hat, waren 1600 Brutto. Da wurde ich echt sauer und habe das erste mal endlich nach zig anderen Stellen gesagt „das ist mir eindeutig zu wenig“. Jetzt habe ich endlich auch einen Schlussstrich durch die Medienlandschaft und vor allem durch die Agenturxxxxxße gezogen, da ich es nicht einsehe, das Leben des Agenturbetreibers oder Marketingfuzzis zu bereichern, da auffallend viele Werbeagenturbetreiber Lancia Cabrios, Porsche, BMW oder Audi fahren, im Alter von mir selbst überall rumreisen, ein fettes Haus aufbauen und mich aber in der Agenturbutze bis in den Abend versauern lassen. Und was produziet man am Ende? Nur unnützige Werbung. Man hilft ja nicht einmal den Menschen. Aus all den Gründen habe ich mit meinem Traum, der leider wie immer nur der Traum einer geringen Prozentschicht ganz oben ist, resigniert und bin jetzt Realist und arbeite den Schlüsselindustrien zu, die ja sowieso von den Agenturen beliefert werden. Da kann ich auch direkt bei den Auftraggebern arbeiten und brauche keine Parasiten dazwischen. Meiner Meinung und Erfahrung nach werden alle Grafiker und Kreative komplett ausgenutzt, da sie A) nichts anderes machen wollen (Idealisten + „Spaß“, der aber zum Ernst wird, wenn man das mal objektiv betrachtet), B) oft nichts anderes können und c) keine andere Wahl haben (Konkurrenz, Spaßbereich und demnach melden sich viel zu viele Chaoten). Für mich ist Kreativität ungezwungen, vielleicht sogar mit etwas Nebenverdienst, der optimale Weg und das habe ich schmerzlich in der letzten Anstellung bemerkt, wo ich davon geträumt habe, von zu Hause aus zu arbeiten und mir selbst die Aufträge rauszupicken, die Spaß machen oder denen ich gewachsen bin. Ich weine der Kreativbranche keine Träne nach. Es ist euer Leben, was von der Zeit begrenzt ist. Und wie kann man diese Zeit nutzen? Mit Geld + Zeit + Gesundheit, nach der Arbeit, eben Freiheit!

        Antworten
  4. Karen on

    Hallo,
    ich halte mich mal kurz. Gelernter Grafik-Designer, mit mehreren Zusatzquali´s (Seminaren etc.), 30 h/Woche, Überstunden werden nicht bezahlt, angestellt als Mediengestalter ner 6 Leute Agentur in Niedersachsen. Jetzt seit 1 1/2 Jahren in der Firma.
    Gehalt 1125 Brutto :-/

    Liebe Grüße

    Antworten
    • Patrick on

      So, nach 1600 Brutto, dann 1800 Brutto, dann 2200 Brutto, dann 2400 Brutto wieder bei einer kleinen Agentur Aussicht auf Grafiker-Job mit sage und schreibe 1750 Brutto im Monat. Das beste daran ist, dass ich anfangs noch 1600 Brutto Gehalt vorgeschlagen bekommen habe mit 24 Urlaubstagen maximum. Ich musste mich um 1750 Brutto und 26 Urlaubstage prügeln. Jetzt erhalte ich noch ca. 950 Euro Arbeitslosengeld, aber nur weil 60% vom letzten 2400 Brutto Job. Damit kommt man notfalls noch als Single mit HartzIV Wohnung über die Runden, aber 60% von 1750 Brutto wird knappe 739 Euro Netto Arbeitslosengeld. Ich glaube unter 850 Netto im Monat ist in Deutschland die Armutsgrenze… Man kann sich hier nichts ansparen, nicht privat vorsorgen, keinen mickrigen Urlaub machen und Hobbies heißen dann: saufen und TV glotzen. Für 45h pro Woche nur magere 250 Netto mehr als jemand, der zu Hause hockt ist übel… und das nach Studium, Berufserfahrung und zig Praktikas. Aber ich muss ja lächeln und für die Firma brennen…

      Antworten
        • Patrick on

          Noch zig Jahren Kreativität und Verzicht auf Lebensqualität habe ich endlich nein gesagt und wechsle in die Industrie, weg vom Kreativbereich. Vielleicht hat jemand Glück und arbeitet in der Nähe eines Mittelständlers oder einer gößeren Firma in einem Marketingbüro und verdient somit 400-500 Netto pro Monat mehr als der Durchschnitt in einer kleinen oder mittelgroßen Agentur. Dann kann das interessant sein, wenn man das macht, was einem Spaß macht. Aber Spaß ist relativ. Auf der Straße zählt nur das, was man im Portemonnaie hat. Leider. Und ein weiterer Faktor, der mich bei Kreativjobs immer immens gestört hat, war die Arbeitszeit. Viel zu spät angefangen und somit immer ca. 18 Uhr bis 19 Uhr zu Hause angekommen. Das man bei solchen Arbeitszeiten nie zum Arzt kommt oder mal ein Paket versenden kann, ist klar. Und bitter ist auch, dass man für wenig Geld, während andere Freitag mittags schon zu Hause sind, während man selbst noch 4 Stunden länger arbeiten darf, um dann wieder in der Nacht zurückzukommen. Dass ist auf Dauer sehr viel weniger Lebensqualität. Und vom letzten Gehalt hätte ich nicht einmal einen mittelmäßigen Urlaub 1x im Jahr zusammensparen können, Vorsorge noch nicht einmal eingerechnet. Wozu geht man denn sonst arbeiten? Wenn ich arbeiten gehe, dann bitte mit den Möglichkeiten, die kein Harzer hat. Leben, NICHT überleben. Oder will hier jemand mit 37 Jahren noch leben wie ein Student?

          Antworten
  5. MG-Süd on

    Hallo zusammen,

    zu meinen Rahmenbedingungen:
    – 40h/Woche
    – Überstunden unbezahlt/ nicht frei
    – 30 Urlaubstage
    – Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld (je 30% Brutto)
    – Unbefristet
    – 2700 Brutto
    – Firma (150 mitarbeiter, keine Gewerkschaft)
    _______________________

    Zu oben kann ich aus nähester Erfahrung sagen das Erzieher/in keineswegs stressfreier ist…
    Verantwortung über kleine Kinder oder Behinderte ist mit sehr viel Arbeit verbunden. Ebenso sind Überstunden und arbeiten am Wochenende keine Seltenheit dazu kommt das sie noch schlechter bezahlt als sind MGs.

    Callcenter kenne ich auch andere Erfahrungsberichte. Genervten Kunden verträge aufschwatzen die meist unfreundlich reagieren ist nichts was ich gerne tuen würde.

    Aber bleiben wir beim MG, worums hier im Forum auch gehen sollte.
    Toller Job, mittelmäßige bezahlung.

    Antworten
  6. Sandra on

    Ich bin 23 und gelernte gestaltungstechnische Assistentin im Bereich Grafik- und Objekt-Design.
    Ich arbeite nun seit 3 Monaten in einer Firma mit ca. 30-40 Angestellten.

    Rahmenbedingungen:
    – 38h/Woche
    – Überstunden bezahlt oder frei
    – 30 Urlaubstage
    – Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld sind im Jahresbruttogehalt mit einbezogen
    (es gibt also quasi keins)
    -15min Frühstückspause, 30min Mittagspause
    -Arbeitszeit von 7:30 bis 16:30
    _______________________

    befristeter Vertrag für 12 Monate:
    – Probezeit (6Monate)
    – 1500 Brutto monatlich (18000 Bruttojahresgehalt)
    – voraussichtliche Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis
    _______________________

    – Die Firma ist in keiner Gewerkschaft.
    _______________________

    Es gibt unglaublich viel zu tun und ich mache eg jeden Tag ne halbe Stunde bis Stunde länger und oft lasse ich auch die Pausen aus und arbeite durch. Da ich die Grafikabteilung alleine mit der Grafikerin leite, stresst die Arbeit mich sehr und abends fühle ich mich total ausgelaugt und falle nur noch in mein Bett.

    Auch wenn nach dem Jahr sicher eine kleine Gehaltserhöhung gemacht wird, überlege ich doch, ob ich nicht eher noch eine Ausbildung im sozialen Bereich (z.B. Erzieherin) mache und dann wahrscheinlich immer so wenig verdienen werde, aber dafür nicht so gestresst bin und ständig Überstunden mache.
    Wenn ich schon wenig verdiene, dann möchte ich doch einen angenehmeren Job haben.

    Liebe Grüße
    Sandra

    Antworten
    • Sabrina on

      Ernsthaft?! Erzieherin findest du einen wenig stressigen Job?! Dann mal herzlichen Glückwunsch zur Wunschvorstellung. Oder glaubst du, Verantwortung über einen Haufen Kleinkinder ist „leicht“? Warum bewirbst du dich nicht in einer anderen Firma?

      Aber wenn es dich beruhigt. Es gibt Menschen die Arbeiten bei einer regulären 40h Woche bei gleichen Konditionen (Bruttogehalt, kein Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld) mit 26 Tagen Urlaub im Jahr.

      Wenn du einen entspannten Job willst, dann empfehle ich dir ein Callcenter. Den ganzen Tag nur rumsitzen und nix tun. Habe ich 5 Jahre gemacht. Mir wurd’s zu blöd, weil ich nach 3 Jahren unterfordert war. Die ersten 3 Jahre ging der Job gut rum, die Telefonie (Inbound!) war angenehm. Aber danach kamen nur noch Projekte in denen man rumgesessen hat. Wär doch was für dich!

      Antworten
      • Este on

        Quatsch Sabrina! Erzieherin muss nicht gleich mit Stress verbunden sein. Ich kenne eine, der das sehr viel Spaß macht mit Kindern oder Jugendlichen zu arbeiten. Das ist doch Geschmackssache.

        Als ich Sandras Bericht gelesen habe, dachte ich mir „Ach du meine Güte“.
        GTA ist zwar nun jetzt nicht MG, aber trotzdem: Wie kann ein Chef nur neben einer Grafikerin die GTA die Abteilung leiten lassen und dann auch noch so schlecht bezahlen???
        So eine Position ist mit hoher Verantwortung verbunden und bei Ihrem Gehalt und Ihrer Position (nicht Ihre Qualifikation), sollte ein Chef sich schämen.
        Denn man wird nach POSITION bezahlt und was man kann und nicht nach dem was man ist oder hat!

        ZUM THEMA CALLCENTER:
        Da bin ich nun auch, und ich muss sagen, es ist VIEL angenehmer! KEINE Verantwortung, sofern man sich an die Vorgaben hält (und die sind superklar strukturiert in unserem Unternehmen) eine GUTE Bezahlung wie ich Sie seit 4 Jahren nicht mehr hatte (2000 Euro brutto) und einen unbefristeten Vertrag…
        (mit Ausnahme der letzten paar Monate, da hatte ich kurz nen guten MG Job mit besserer Bezahlung, das war aber Glück und der war befristet)

        MG ist wie die Ostereier-Suche…Entweder du findest die dicken fetten Gehälter oder du findest gar nix. Wer sich für unter Wert verkauft und für 1500 Euro BRUTTO (!!!) arbeitet, der macht den Markt nur noch mehr kaputt, darum bin ich vorerst (und vielleicht sogar für immer) ausgestiegen (trotz Gehalt zwischen 1.8-2.0), dann soll es aber auch so gewesen sein. Ich mache mich nicht mehr für ’nen Job kaputt! Das ist meine Meinung zum Thema MG!

        Antworten
        • Este on

          Sabrina, ich frage mich, was für Kunden du betreut hast, denn mit Rumsitzen ist bei uns nicht! Da ist Dauertelefonie angesagt, ebenfalls Inbound. Für mich aber trotzdem deutlich weniger stressig, als eine ganze Abteilung zu leiten!

          Antworten
  7. Klaus on

    Ort: München
    Mediengestalter in Digital- und Printmedien.
    Weder Urlaubsgeld, Weihnachtsgehalt oder bezahlte Überstunden.
    Agentur und Druckerei als Arbeitgeber.

    Nach meiner Ausbildung wurde ich für 1.500 Brutto von einem anderen Betrieb beschäftigt. Nach einem Jahr bekam ich in einem neuen Betrieb 1.800 Brutto.
    Ich beginne jetzt mein drittes ausgelerntes Jahr und stehe gerade bei 2.100 Brutto.

    Ich kann über Print auch einiges im Web, Social Media, Apps und Marketing hinaus und bin guter Dinge das diese Lohnsteigerung weiterläuft. Ich denk mir immer: „Zähne zusammen beißen, besser werden und sich nicht unter Wert verkaufen ;-)“

    Hoffe ich konnte wem weiterhelfen.

    Antworten
  8. Björn on

    Hallo,

    ich bin jetzt fast zehn Jahre in einer Agentur angestellt und verdiene nun 3.500 Euro brutto. Mein Einstiegsgehalt vor etwa zehn Jahren in der Firma lag bei 2.300 Euro brutto. Ich arbeite 40 Stunden die Woche, von 8:30 Uhr bis 17:30 Uhr, mit einer Stunde Pause. Weihnachtsgeld gibt es leider nicht. Überstunden halten sich in Grenzen, sind aber unbezahlt. Deshalb mache ich meist auch keine.

    Von der Firma gestellt bekommen habe ich ein Macbook Pro (mit der kompletten Creative Cloud), ein iPad und ein iPhone.

    Bei dem was man hier so liest, kann man sich darüber ja richtig freuen. Sich für 1.500 Euro brutto ausnutzen zu lassen, finde ich schon sehr sehr fragwürdig.

    Antworten
    • Patrick on

      OK, das klingt doch super. Klar, steckt eine Menge Arbeit drinnen (10 Jahre), aber 2300 Brutto Anfangsgehalt? Da hatte ich nur 1600 Brutto Anfangsgehalt nach Studium und glaube ich 5 Praktikas damals, bei der 2. Stelle 1800 Brutto (dafür aber minus 200 Euro alleine Benzin im Monat und somit weniger als 1600 Brutto Stelle in ÖPNV Nähe +- 45min Einzelfahrt). Dann kamen 2150 Brutto raus, daraus wurde dann aber 1,75 Jahre später eine Flaute, bei der fast alle Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt wurden – 900 Euro HARTZIV Niveau, da 60%. Manchmal ist weniger irgendwie auch mehr :), d.h. bei weniger Brutto-Gehalt bin ich am Ende höher rausgekommen, da ich dann deutlich geringere Fixkosten hatte, leider aber nie weniger Arbeitszeit :(, denn Zeit kostet ja nichts, nach der Wirtschaft zu urteilen?!? 3500 Euro Brutto ist jetzt aber auch wirklich ein Ausnahmegehalt. Das habe ich so bei Kollegen oder in meinem Umfeld noch nie gehört oder gesehen, vor allem nicht in dieser Branche. Anscheinend gibt es einen kleinen Prozentsatz an Agenturen, der die Großaufträge noch abbekommt. Der Rest darf sich mit ziemlich schlecht zahlenden lokalen Auftraggebern anfreunden. Allerdings hat es mir manchmal die Sprache verschlagen, was selbst kleine Agenturen bei Firmen für bestimmte Services verlangt haben, denn ab und zu habe ich die Rechnungen sehen können. Das war mal für 1 Monat Arbeit z.B. Suchmaschinenoptimierung und ein bisschen Konzept hier und da mein knappes Jahresgehalt. Und ehrlich gesagt habe ich ab da begriffen, was ich vorher in der gleichen Zeit für die Firmen fast umsonst so an Umsatz generiert habe, denn nichts anderes habe ich auch gemacht, nur eben zusätzlich noch andere Services. Eigentlich will man ja nicht viel, nur überleben und dann wenigstens ein wenig leben. Bei den mikrigen Gehältern kann ich ja gleich als Vollidiot ans Band gehen und herrlich mein Hirn abschalten und die gleiche Bewegung den ganzen Tag machen und kriege dafür auch locker 1800 Brutto und bin somit bei für mich weniger Aufwand bei fast gleichem Gehalt, ohne dass hinter mir direkt der Chef herumspringt. Aber am Ende kommt es eben auf die optimale Stelle an (Kollegen, Umfeld, Vorgesetzte, Arbeitgeber, Bezahlung, Arbeitszeit, Flexibilität, Weiterbildung etc.). Das, was mich immer wieder begleitet, sind die tollen ÖKO Zettel der Ämter und die 1-seitigen Papiere der Krankenversicherung, die mich nach Kündigung immer wieder nett darauf hinweisen, dass ich verpflichtet bin, lückenlos zu zahlen. Denen ist egal, woher das Geld kommt, Hauptsache du zahlst. Wieder bei den tollen Fixkosten… Mittlerweile ist man so trainiert und angepasst, nichts aufbauen zu wollen, dass man effizienter als jeder Penner ist, da der noch sein Bier, das Fahrrad, seinen Hund und seine Gitarre braucht :)… Ich denke, ich werde umschulen, da ich wie gesagt mit meinem Gehalt nichts anfangen kann. Entweder mehr Geld und klassisch angenehmes Leben (Familie, Urlaub, Auto, Wohnung, Rente, Konzert, Restaurantbesuch 1-2x im Monat, Absicherung, Wohnungseinrichtung, Klamotten) oder weniger Arbeitszeit und geringere Fixkosten, bei Low-Profile Leben. Aber so etwas will die Wirtschaft nicht, denn es wird durch sämtliche Regeln alles so programmiert, dass du gefälligst maximal lange zu arbeiten hast und bitte dabei keine Ansprüche stellst. Dir noch viel Erfolg in dem Job, damit kann man ja schon eine Menge anfangen.

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  9. Warnung on

    Bewerbt euch NICHT bei ********* in Hannover, und auch nicht bei seinem 2ten Standbein namens ********!
    Der ausländische Chef wechselt seine Mitarbeiter regelmäßig und bewiesenermaßen alle 3 Monate auf den Tag genau aus, nutzt die Jobbörse als „Idiotenfänger“ und schreit seine Mitarbeiter an (Choleriker). Seine Stellenanzeigen sind fast ständig online.
    Eine junge und eigentlich stresserprobte Kollegin von mir (ein 2er Team für Arbeit für 4) hat einmal einen ganzen Druckbogen falsch abgeliefert (180 gedreht) wegen Stress und er hat Sie nur noch angeschrien und zum Schluss eine Geste mit dem Finger am Hals gemacht, in etwa „dir schneide ich den Hals ab“. Ich habe es mit meinen eigenen Augen gesehen!
    Nachdem er nach seinen kläglichen und niveaulosen Flirtversuchen einen Korb bekommen hat von mir, hatte er mich dann endlich auch täglich auf dem Anschrei-Programm.
    Wer ********* (in Hannover) noch kennt, der weiß wovon ich spreche und weiß dass dies keine Lüge ist. Das Arbeitsamt weiß Bescheid, sieht aber offensichtlich keine Notwendigkeit diese Firmen zu sperren, weil Sie sich rein vertragsrechtlich gesehen, sowas im „legalen“ Rahmen befindet. Kann mir hier noch jemand ein paar Seiten nennen, wo man solche schwarzen Schafe anzeigen kann?

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    • Andreas Poschen on

      Hallo,

      ich bitte um Entschuldigung, aber die Firmennamen musste ich rauseditieren. Für solche Einträge könnte ich sonst Ärger bekommen. Ich empfehle Portale wie http://www.kununu.com, da kann man seinen Arbeitgeber anonym bewerten.

      Grüße
      Andreas

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  10. Esperanza on

    Hier nochmal mein Lebenslauf vollständig, oben wurde etwas versehentlich per HTML auskommentiert 😉

    Lebenslauf: 30 Jahre alt, weiblich,ledig

    Umzug von einer Großstadt in NDS mit 20 Jahren in ein Dorf im Sauerland, Praktikum 4 Wochen (200€ netto vergütung), Konkurrentin hat Ausbildung durch Vitamin B bekommen (Vater war Kunde der Agentur), trotz dass ich von den Kollegen für meine Arbeit mehr gelobt wurde und kreativer war.

    Umzug nach Köln und Ausgebildung als Mediengestalterin für Digital und Printmedien Fachrichtung Mediendesign (damals gab es noch 4 Fachrichtungen die man einschlagen konnte)

    Für die Ausbildung natürlich extra in eine andere Stadt umgezogen (damals fand ich es noch witzig und abenteuerlich)
    mit 24 Jahren Ausbildung mit 2,6 abgeschlossen (also keine Bombennote)

    Nach Ausbildung (1. 600€ 2. 650€ 3. 700€ brutto) in kleiner Agentur nicht übernommen wegen wirtschaftlich schlechter Lage, aber 1A Zeugnis bekommen (selbe Agentur hat aber einen neuen Azubi angestellt, Umschüler von MALER auf MG *lol* ist ja beides kreativ ;-), kostete die Dame also fast nix, da von der Rehakasse oder so bezahlt)

    Nach langer Suche und freier Mitarbeit Gehalt 2000€ knappes Jahr als Angestellte MG in einer Druckerei, 24 Tage Urlaub, Überstunden kamen nicht vor oder Ausgleich, danach Kündigung (wirtschaftl. schlechte Lage)
    Selbe Druckerei wollte mich nach 3 Monaten nach Kündigung zurück *lol* habe ich abgelehnt – ich lass mir nicht auf der Nase rumtanzen – wieder Umzug

    Dann Mittelständische Agentur Gehalt 1900€ brutto plus Schichtzulagen, 26 Tage Urlaub, nach 1,5 Jahren Kündigung (wirtschaftl. Lage angebl., Verlust eines Großkunden) ich befürchte der Grund war eher, dass man nach 2 Jahren unbefristet übernommen werden musste, was viele Unternehmen in Deutscheland einfach nicht wollen *haha*. Es folgte Kündigungswelle anderer Mitarbeiter (ich war noch verhältnismäßig teuer, Kollege, 2 Jahre jünger und weniger Berufserfahrung bekam 1600€ brutto)

    Danach ging es bergab, freie Mitarbeit, arbeitssuche, Druckereien und Copyshops die einen nur ausnutzen, 1600-1800€ Gehalt, 24 T Urlaub, unbezahlte Überstunden, auf Ansprache flippte ein Chef sogar aus (Choleriker).
    Weiterbildung 6 Monate als Webdeveloper und danach drei Monate wieder teils selbstständige Arbeit, unzureichendes Einkommen, also doch wieder beworben…

    Noch ein Umzug (ach, was man nicht alles tut für seine Berufung – nicht für den Beruf) für eine Stelle im Einzelhandel/eCommerce InHouse 2200€ brutto, 1 Jahr befristet obwohl unbefristet versprochen war (ja auch Chefs können lügen) zudem sollte ich noch 1 Monat befristete Proberbeit leisten, dann vorzeitig nach halbem Jahr ca. Kündigung (Chef hat sich preislich verkalkuliert mit seinem Projekt und nen Riesen Umsatz für seinen Online-Shop erwartet).
    In dieser Stadt (es war die Hölle meines Lebens) superunglücklich geworden weil Stadt Seniorenfreiluftheim… und alle Kollegen 40+ (Dorfochsen & Harzhexen) (eben keine Agentur).

    Außerdem ging ich auf die 30 zu und machte mir ernsthafte Gedanken wie mein Leben mit diesen von undankbaren und selbstsüchtigen Profitgeiern geführten Unternehmen weitergehen soll. Wie soll ich je etwas aufbauen?

    Wieder Umzug, wieder auf der Suche und ehrlich gesagt habe ich keine Lust mehr auf diesen Beruf als Angestellte… und als Freie habe ich zu wenig Kontakte und wohne in der falschen (Heimatstadt). Umzug kommt für mich nach insgesamt 5 beruflichen und 1 privaten Umzug nicht mehr in Frage!!!!!!!

    Kenntnisse immer wieder selbstständig vertieft (Autodidaktin), sonst wäre ich schon längst weg vom Fenster!

    Ich empfehle NIEMANDEN diesen Beruf neu zu erlernen, da dieser Markt so überlaufen ist wie ein Klo voller Sch**** und da wollt ihr sicher nicht drin schwimmen 🙂

    (Ein sorry an diejenigen, die keinen Sinn für Sarkasmus besitzen)

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    • Patrick on

      @Esperanza: Und hat sich jetzt deine Situation irgendwie verbessert??? Hast Du schon etwas aufgebaut? Klingt sehr stark nach mir, mit dem entscheidenden Unterschied, dass ich nicht bereit war, für ein Praktikumsgehalt umzuziehen, da ich realistisch kalkuliere. Sobald man es sich leisten kann und weiß, dass man mindestens 1 Jahr Gehalt erhält, kann man sich eine Billig Mietwohnung aussuchen. Aber wie ich schon bei mir ahnte, war Sicherheit nie der Fall und Gott sei Dank, habe ich immer versucht, die Fixkosten auf ein Minimum zu reduzieren. Aber ein Leben ist das überhaupt nicht! Ich meine, da ist überhaupt keine Freude drinnen, wenn man Päärchen in meinem Alter sieht, wie die schon ein Kind haben und durch das Möbelgeschäft laufen und über eine gemeinsame Inneneinrichtung sprechen, während man selbst nur denkt, wie man die ALDI-Rechnung oder das Benzin oder eine gebrauchte Jeans oder eine Reparatur bezahlen kann. Keine Konzertkarte, keine Freunde, kein Kinobesuch, nicht mal einfach Bier saufen mit Kumpels oder ähnliches. Nur Illusionen auf dem Gebraucht-Smartphone oder die Palme am Strand im Web anschauen. Und noch einmal von 0 anfangen? Komplett neuer Job plus Berufserfahrung sammeln? Über 5 Jahre wieder Verluste? Nur um an einen weiteren geringen Verdienst zu kommen, der noch geringer ausfällt, da man wenig in Rente eingezahlt hat? Irgendwann kann man den Abstand nicht mehr aufholen. Vielleicht eine Solidargemeinschaft bilden, teilen, ausleihen von Wissen?

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      • Esperanza on

        Noch nicht, aber ich bin zuversichtlich, dass es jetzt wieder etwas wird, bekomme derzeit ca. dreiviertel positive Rückmeldungen, aber am Gehalt ändrt sich nix, zumal ich weiblich bin und für AG eine Risiko darstelle.
        Auto habe ich ebenfalls nicht, aber Kino oder feiern gehen ist schon noch drin, wenn es nicht so oft ist. Ich rede auch von Eigentum zum Beispiel, Männer verdienen heute viel weniger, sie sollten aber soviel verdienen, dass Sie eine vierköpfige Familie ernähren können, falls die Frau ausfällt. Denn Kinder müssen auch mit den Eltern aufwachsen und nicht mit dem Wohnungsschlüssel und Babysitter.

        Nee, ich stelle meine privaten Wünsche nicht mehr zurück, ziehe auch nicht mehr um und plane nebenbei mit meinem Freund eine Familie, auch wenn es nicht einfach wird finanziell. Jeder Mensch hat das Recht darauf. Alles andere ist mir dann ehrlich gesagt egal – soll der Staat zahlen, ich habe immerhin auch mein Leben lang gearbeitet und die eierlegende Wollmilchsau für nen Hungerlohn gespielt (Print, Web, CMS, Programmierung).

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        • Esperanza on

          PS Kopf hoch Patrick! Es gibt auch Frauen, die nicht so sehr auf das Geld achten. Klar ist es nicht schön einen arbeitslosen Mann zu haben, aber du musst kein Chef oder Bonze sein um eine Frau zu finden. Dass du Spaß am Leben hast ist wichtig. Lass die Arbeit nicht dein Leben bestimmen. Dein Leben bestimmt welche Arbeit du nimmst. Und wenn du dazu komplett den Beruf wechseln musst. Eine, die dich gut findet der ist deine Karriere egal. denke ich zumindest Du hast studiert, sei stolz darauf. Dein langer Kommentar hört sich an, als hast du einen langen Kampf hinter dir… genieße dein Leben, du hast es nur einmal!!! Versuche vom Land wegzuziehen in eine große Stadt, wenn dich das Dorfleben und der Stellenmangel dort traurig macht. Hamburg, Berlin, Köln, glaub mir da wirst du glücklich… Alles Gute!

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          • Patrick on

            Bei uns in der Arbeit sind viele Frauen am Empfang oder in der Verwaltung halbtags eingestellt. Im Schnitt sehe ich die mit einem kugelrunden Bauch im Alter von ca. 32 bis 35 Jahren (was früher um die 25 Jahre vom Alter war) und dann sind die Frauen ca. 1 Jahr weg. Finde ich total okay, aber dann denke ich mir auch gleich „Ups, ich 900 Euro, sie 400-650-800 Euro, das wäre aber verdammt eng.“. Aber es stimmt, sich zu sehr am Geld zu klammern ist oft eine gefundene Ausrede dafür, dass man doch am Ende irgendwie immer durchkommt, egal mit was für Mitteln („Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“). Geld kann man ersetzen, aber Zeit, Körper, Lebenslust und Gesundheit nicht. Und: je mehr Geld man verdient, desto mehr ist man mit der Firma verheiratet und dass denke ich, gefällt keiner Frau, wenn der Mann spät Abends nach Hause kommt, total müde und lustlos und Typ starrer, konservativer Karrieretyp mit wenig Hang zu weltoffenem Blick ist. Trifft nicht auf alle zu, ist aber oft der Fall. Denn gerade diejenigen, die bei uns am wenigsten verdienen, geben den Kollegen am Meisten und diejenigen, die top verdienen, fordern dauernd ohne zu geben. Und wenn ich an Geschäften oder Vitrinen vorbeilaufe, hat es noch einen weiteren Vorteil, wenn man wenig Geld hat: man kommt nicht in Versuchung und konzentriert seine Ausgaben auf die wichtigen Dinge, die einem wirklich im Leben helfen. Dann Dir noch Erfolg, Gesundheit, Lebenssinn, Erfüllung von Träumen und Glück im weiteren Leben!