Wie hoch ist der Verdienst des Mediengestalters? Diese Frage hat mich während der Ausbildung auch sehr beschäftigt. Es gibt viele Tabellen für den Lohn, aber keine richtige Zusammenfassung. Daher habe ich diese Seite erstellt. Letztes Update: 21.10.2012 (erweitert um Lohnberechnung und Arbeitszeit)

Warum das Gehalt eines Mediengestalters so schwierig zu beschreiben ist

Einflüsse auf den Lohn

Was man feststellen kann: Die Löhne gehen extrem weit auseinander. Viele Faktoren spielen hier mit, Geschlecht (leider immer noch), Ost/West, Alter, Erfahrung, Können. Nicht zu unterschätzen ist der Faktor Lohn vs. Lebenshaltungskosten in der jeweiligen Stadt. Mit einem 1.500 Euro Gehalt wird man in Berlin oder Leipzig sehr viel weiter kommen, als in Köln, Hamburg oder München.

Wieviel Lohn erhält ein Mediengestalter

Von Kleingeld allein kann man nicht leben – Wieviel verdient ein Mediengestalter?

Fachrichtungen, Fachrichtungen, Fachrichtungen

Da der Beruf des Mediengestalters äußerst vielseitig ist, gehen in Gehaltsumfragen ebenso Werte von kleinen, klammen Designklitschen ein, wie von großen Druckereien mit Tarifverträgen. Bis 2007 ist der Mediengestalter in 4 Fachrichtungen aufgeteilt gewesen: Medienberatung, Mediendesign, Medienoperating und Medientechnik. Danach wurde umstrukturiert und es gab noch 3 Fachrichtungen: Beratung und Planung, Konzeption und Visualisierung, Gestaltung und Technik. Und nicht zu vergessen gibt es noch einen gesonderten Mediengestalter für Bild und Ton.

Dieses Fachrichtungschaos hat einen Grund: So ziemlich alles, was man Medien machen kann, seit vielen Jahrzehnten, hat man im Mediengestalter zusammengefasst. Die altehrwürdigen Berufe Schriftsetzer, Reprograf oder Notenstecher zählen dazu. Vom Zeichner über den Planer von Marketingstrategien bis zum Mediengestalter in der Druckvorstufe und natürlich das riesige mögliche Arbeitsumfeld der Bild-und-Ton-Mediengestalter nennt sich heute Mediengestalter. Zusammen mit diesen ganzen Möglichkeiten und den oben genannten Faktoren ist es sehr schwer festzulegen: Dieses Gehalt verdient ein Mediengestalter.

Wie sehen denn nun die Verdienstaussichten aus?

Ich habe mich auf die Suche nach Zahlen begeben und hier etwas zusammengefasst. Falls du die oberen Abschnitte übersprungen hast: Lies sie! Der Lohn hat extrem viele Einflussfaktoren!

Momentan liegt das Durchschnittsgehalt eines Mediengestalters in den Anfangsjahren gefühlt bei etwa 1800-2500 Euro brutto. Je nach Qualifikation sind die Grenzen nach oben hin weit offen. Nach unten sind in Internetforen ebenso oft erschreckend niedrige Löhne von 1.500 Euro brutto und weniger zu lesen, natürlich bei 40 Stunden und Überstunden ohne Ende. Für dieses Geld solltet ihr ohne Aussichten auf schnelle Steigerung in einem anspruchsvollen Job schlicht und einfach nicht arbeiten gehen. Nur so könnt ihr höhere Löhne erreichen. Seht es mal so: Ein Mediengestalter im Webdesign hat mitunter einen ebenso anspruchsvollen Job, wie der Programmierer, der neben ihm sitzt. Aber der Mediengestalter verdient weitaus weniger. Warum? Weil er sich es bieten lässt und weil der Fachkräftemangel scheinbar noch nicht groß genug ist!

Die Zahlen

Hier habe ich ein paar Zahlenquellen zusammengetragen. Im Grunde sind Zahlen aber wie oben gesagt Schall und Rauch ohne die Einflussfaktoren zu berücksichtigen. Auch geht aus diesen Statistikzahlen nicht hervor, wie die Rahmenbedingungen aussehen, also die restlichen Werte wie Wochenarbeitszeit, Urlaubstage, Gratifikationen etc. Aber es gibt zumindest schonmal eine grobe Richtung:


Achtung: Wenn du direkt hier zu den Zahlen vorgesprungen bist: Lies dir die vorigen Abschnitte durch! Es gibt zuviele Faktoren, als dass diese Zahlen reichen würden!

So sieht es die Bundesagentur für Arbeit

Mediengestalter Digital und Print:
Bruttomonatslohn:   €  2.341 bis €  2.928
Bruttojahreslohn:   € 28.092 bis € 35.136

Mediengestalter Bild und Ton
Bruttomonatslohn:   €  2.400 bis €  2.600
Bruttojahreslohn:   € 28.800 bis € 31.200

Tarifvertrag der Druckindustrie

Bei Lohngruppe 5 im Monat        €  2.389
Im Tarifvertrag gibt es genaue Angabe zu Lohn, Urlaubstagen,
Gratifikationen, etc. Falls ihr unter einen Tarifvertrag fallt,
solltet ihr Euch informieren, z.B. bei Verdi.

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Allgemeines Bild in Foren und Umfragen

Bruttomonatslohn     €  1.500 bis €  3.200
Bruttojahreslohn     € 18.000 bis € 38.400

Ausbildung
Ausbildungsvergütung mit Tarifvertrag in der Druckindustrie ab 2012

Jahr 1  € 853     Jahr 2  € 904     Jahr 3  € 955     Jahr 4  € 1006

Hinweis zu Tarifverträgen

Die Angaben hier sind nicht vollständig. Tarifverträge sind recht komplex, daher informiert euch z.B. bei Verdi oder der Gewerkschaft, die für euch gilt.

Kleinvieh macht auch Mist!

Wichtig ist (vor allem wenn ihr mehrere Jobangebote habt), dass ihr nicht einfach nur die blanken Monatslöhne nebeneinander setzt. Wichtig sind die Lebenshaltungskosten am Arbeitsplatz (in Berlin gibt es andere Mieten als in München) und besonders wichtig sind die restlichen Bedingungen im Arbeitsvertrag:

  • Wieviele Urlaubstage gibt es im Jahr?
  • Wieviele Stunden muss man in der Woche arbeiten?
  • Sind Überstunden automatisch mit dem Gehalt abgegolten (was eigentlich nicht korrekt ist) oder werden die ausbezahlt oder ausgeglichen?
  • Gibt es weitere Gratifikationen wie Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld?
Insbesondere die Überstunden/Mehrarbeit wird in vielen Agenturen gesetzwidrig gehandhabt. Pauschal sämtliche Mehrarbeit mit dem Gehalt abzugelten ist nicht zulässig, bzw. nur in Ausnahmefällen, wie bei Führungspositionen, die dafür aber auch erheblich mehr Geld bekommen. Mehr dazu gibt es in diesem Wikipedia-Eintrag.

Mein Tipp

Rechnet das Gehalt – insbesondere wenn es mehrere Jobangebote gibt – auf die Stunde genau aus! Das ist ganz einfach!
  1. Sucht euch die Jahresarbeitstage für das Jahr und das Bundesland heraus, z.B. hier.
  2. Zieht Eure Urlaubstage davon ab
  3. Multipliziert die Arbeitstage mit eurer Tagesarbeitszeit. Bei einer 40 Stunden Woche sind das z.B. 8 Stunden am Tag
  4. Rechnet euer Gehalt für das komplette Jahr aus inkl. Gratifikationen wie Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld (immer im Kopf behalten, dass der Arbeitgeber das jederzeit streichen kann)
  5. Teilt das Gehalt (4) durch die errechneten Stunden (3) und ihr habt euren Stundenlohn
Beispiel: Ihr verdient 2000 Euro im Monat. Dafür geht ihr 40 Stunden arbeiten, bei 25 Urlaubstagen. Es gibt als Gratifikation ein 13. Monatsgehalt. Es ist das Jahr 2013 in NRW.
Dann rechnet ihr: 250 Arbeitstage (siehe Link bei (1)) Minus 25 Urlaubstage. Sind 225 Tage mal 8 Stunden = 1800 Stunden. Jetzt rechnet ihr das Jahresgehalt aus: 2000*12 + 2000 Gratifikation sind 26.000 Euro. Rechnet jetzt 26.000 Euro durch 1800 Stunden und ihr habt in diesem Beispiel einen Stundenlohn von 14,44 Euro.
Habt ihr ein weiteres Angebot, könntet ihr das dann gegenrechnen. Im Hinterkopf immer die Überstundenregelung und unsicheren Gratifikationen behalten. Wenn ihr es genau nehmen wollt, müsstet ihr noch Steuerklassen usw. berücksichtigen, aber da fragt besser einen Steuerberater :-).

Zukunftaussichten / Fortbildung / Weiterbildung

Auch wenn ihr denkt: Beim Mediengestalter zählt nur das Können – nicht ganz. Weiterbildungen bieten Lehrinhalte, die mit gestalterischem Talent nichts zu tun haben und die ihr euch auch nicht mal ebenso selbst beibringen könnt. Insbesondere, wenn man später einmal eine Abteilung leiten möchte oder andere Führungsaufgaben übernehmen will, kommt man nicht um kaufmännische und betriebswirtschaftliche Weiterbildungen herum.

Weiterbildung zum Fachwirt bzw. Medienfachwirt

Der Medienfachwirt oder der Fachwirt allgemein (es gibt weitere, Verlagsfachwirt, Verwaltungsfachwirt z.B.) ist quasi das Meisterbrief-Pendant bei den Schreibtischjobs. Man qualifiziert sich dort für das „mittlere Management“. Das ist ein Gummibegriff, „mittleres Management“ sagt eigentlich gar nichts aus. Aber mit dem Fachwirt hast auf dem Papier eine nachgewiesene Fortbildung, so dass du nun Verwaltungs-, Planungs-, Budgetierungs-, und Personalentscheidungen fällen kannst. Das ist doch schonmal was und wenn es demnächst heißt: Wer wird der neue Abteilungschef, dann hast du etwas vorzuweisen. Nach einigen Jahren Erfahrung als Mediengestalter solltest du dir überlegen, den Fachwirt zu machen.

Übrigens: Die Kurse zum Fachwirt z.B. von der IHK oder anderen privaten Schulen sind zwar recht teuer, so um die 6.000 Euro, jedoch bekommst du durch das „Meister-Bafög“ fast 50% von der Summe durch den Staat erstattet, wenn du erfolgreich abschließt. Das „Bafög“ ist übrigens hier irreführend, es hat mit dem echten Bafög nichts zu tun, du kriegst es auf jeden Fall, egal wieviel die Eltern verdienen ;-). Der einzige Fall wo der Staat nicht zahlt, ist wenn du schon ein Studium hast.

(Fern-)Studiengänge

Ein Studium zu beginnen ist schwer, wenn man bereits im Berufsleben steht. Da bietet sich eigentlich nur ein Fernstudium an. Und da gibt’s extrem viele Möglichkeiten, z.B. in Richtung Betriebswirtschaftslehre für die Management-Anwärter, Richtung Marketing/Kommunikation/Social Media wenn ihr irgendwo in entsprechenden Abteilungen eines großen Unternehmens sitzt. Da kann ich echt keine Empfehlung geben… nur eines: Ich denke, dass bei den Fernstudiengängen jede Menge teurer Schrott mit unnützen Abschlüssen zu finden ist. Macht euch in Foren schlau, was das Beste für euch ist!

Mein Tipp

Kurz und knapp: Stoßt euch im stressigen Agenturleben ein paar Jahre die Hörner ab, lernt ordentlich und versucht mit den paar Kröten zu leben, die euch die Designklitschen zahlen. Irgendwann bieten sich Optionen in größere Firmen zu springen. Idealerweise in Branchen, die primär mit Mediengestaltung nichts zu tun haben, z.B. in einer Marketing- oder Kommunikationsabteilung eines großen Autohauses oder Chemieunternehmens. Dort könnt ihr dann ohne Burn-Out älter werden und euch wie oben genannt weiterbilden.

Nur eines dürft ihr niemals tun: Die Füße hochlegen und beruflich auf der Stelle treten! Denkt mal 10 Jahre zurück, da gabs kein Facebook und keine Social-Media Abteilung in großen Unternehmen, die sich um sowas gekümmert hat. Oder denkt 20 Jahre zurück, da existierte für uns das Internet noch gar nicht. Wer damals als Mediengestalter die ruhige Kugel geschoben hat, ist heute abgehängt worden. Seht zu, dass euch das nicht passiert!

NUN ZU EUCH

Wieviel Gehalt bekommt Ihr? Habt ihr schon eine Fortbildung oder ein Studium gemacht? Arbeitet ihr in einer Agentur oder wo ganz anders? Schreibt es mir in die Kommentare!

Ihr seid Mediengestalter? Werden Mediengestalter-Fan auf Facebook!

(Wenn euch mein Text eine Hilfe war, dann kauft etwas bei Amazon über diesen Link, dann kriege ich ein wenig Provision)

Andreas ist ein Spezialist für E-Commerce, UX und Digital Marketing. Folgt ihm gerne auf:

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144 Kommentare zu “Mediengestalter Gehalt

  1. B. Scheid on

    Ich, gelernter Mediengestalter für Digital- und Printmedien, habe während der Ausbildung im ersten Jahr 750, im zweiten 800, im dritten 850 € bekommen. War aber auch ein internationales und sehr erfolgreiches Unternehmen mit rund 1000 Mitarbeitern. Abgeschlossen habe ich 2004 oder 2005.

    Anschließend hat es ca. 8 Jahre gedauert, bis ich den richtigen Job und Arbeitgeber gefunden habe. Ich mache nun genau das, was ich machen möchte, was ich gerne und gut kann – in gutem Arbeitsklima und zu fairen Konditionen (gesamt ca. 40.000/Jahr). Ich habe grafische Verantwortung, im Schnitt viel zu tun, gebe aber lieber Vollgas statt viele Überstunden zu machen. Lieber verkürze ich meine Mittagspause, statt abends länger zu bleiben (mein Privatleben ist mir sehr wichtig!). Ich weiß, dass meine Arbeit gut ist und mein Gehalt wert ist. Und es ist auch noch Luft nach oben.

    Meine Gehalts-Historie (alle Süddeutschland)
    1. Arbeitgeber: 2000 brutto (40h-Woche) (Agentur, 3-4 Mitarbeiter)
    2. Arbeitgeber: 1800 brutto (32h-Woche) (Agentur, 2 Mitarbeiter)
    3. Arbeitgeber: 2250 brutto (44h-Woche) (Mittelstand, 1500 Mitarbeiter)
    4. Arbeitgeber: 3000 brutto (40h-Woche) (Mittelstand, 600 Mitarbeiter)

    Man sollte (natürlich) etwas Talent mitbringen, die Bereitschaft und den Willen, sich stetig zu verbessern und sich niemals (weit) unter Wert verkaufen. Das mit dem Talent erwähne ich, da in meiner Ausbildungsklasse damals einige waren (am Ende zählte die Klasse allerdings nur noch halb so viele Schüher), denen es entweder an Talent oder an Interesse oder an beidem kräftig gemangelt hat.

    Antworten
  2. Sabrina on

    Welche Wahl haste denn bitte als Azubi? Es ist völlig egal, in welchem Beruf du ausgebildet wirst, Azubilöhne sind in jedem Bereich nur Hungerlöhne. Klar arbeitet man als Azubi Vollzeit, aber man ist eben noch lange nicht soweit wie ein Ausgelernter.

    Wer als Azubi verhandeln will, der kann schnell gehen. Gerade im Bereich MG gibt’s genug Bewerber. Wenn man eben der Meinung ist, man muss als Azubi schon Ansprüche stellen, bitte. Der Firma ist das doch egal, dann kommt eben der nächste Azubi, der keine Ansprüche stellt. Auswahl gibt’s für den Betrieb genug.

    Wie gesagt, der Hungerlohn für Azubis ist nicht in Ordnung, aber so geht es vielen anderen in vielen anderen Ausbildungsberufen auch. Lehrjahre sind keine Herrenjahre. So ist das halt.

    Antworten
  3. Mediengestalter BW on

    Hallo zusammen,
    vorweg, super Seite!

    Ich habe mir hier schon einige Beiträge durchgelesen und verfolge die Seite nun auch schon eine ganze Weile.
    Immer wieder liest man: „Azubis lass euch nicht ausnutzen“, „Azubis verkauft euch nicht unter Wert und verhandelt“, …
    Das kann ich ehrlich gesagt nicht ganz nachvollziehen. Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Natürlich sollt ihr euch nicht ausnutzen lassen aber ich kenne keinen Betrieb bei dem man das Ausbildungsgehalt verhandeln konnte und mal ehrlich, auf jede ausgeschriebene Azubi-Mediengestalter-Stelle kommen ca. 100 Bewerber. Da halte ich es für einen nicht all zu guten Rat bei der Ausbildungsplatzsuche all zu hohe Gehaltsvorstellungen zu haben. Vor der Ausbildung habt/hattet ihr (die meisten) keine besonderen Qualifikationen die ihr als Argument bringen könnt mehr Ausbildungsgehalt zu verlangen. Ihr wollt doch die 40 Jahre nach der Ausbildung gut verdienen, was sind da die ersten drei Jahre.

    Nach der Ausbildung solltet ihr aber verhandeln. Überzeugt mit guten Noten, besonderen Qualifikationen und anderen Alleinstellungsmerkmalen die euch von der großen Anzahl an Konkurrenz abhebt.

    Zu meinen Daten:
    Azubi
    1. Lj 600
    2. Lj 700
    3. Lj 800

    Festanstellung
    Übernahmegehalt 2500
    Nach der Probezeit 2800
    Jetzt (4 Jahre ausgelernt) 3200

    Antworten
    • Pixelfee on

      Hallo Mediengestalter BW,

      wer nix kann, kann auch froh sein eine Stelle zu ergattern. Aber die Anforderungen der Unternehmen sind sehr oft, dass du am besten alles kannst, was eigentlich der Betrieb bei bringen sollte, so dass der Azubi eben als billige Arbeitskraft fungiert und das ist nicht ok!

      Ich habe auschließlich 1er Zeugnisse gehabt, kaum Fehltage, mit erweiterten Kenntnissen in diversen Adobe Programmen und Programmierung. Das kostet uns Azubis auch viel Zeit und vor allem Kohle! Wenn man z.B. an verschiedenen Seminaren teilnimmt um das alles zu beherrschen und sich dann mit 400€ abspeisen zu lassen. Kann deine Aussage da echt nicht verstehen.

      Nimm sich ein Unternehmen wirklich die Zeit und investiert in einen Azubi, der geringe oder keine Vorkenntnisse aufweist, bildet ihn also wirklich vernünftig aus und fördert vor allem sein Engagement, dann gehe ich noch d’accord mit min. 400€ netto.

      Antworten
      • Mediengestalter BW on

        Hallo Pixelfee,

        ich verstehe was du meinst und das ist natürlich nicht in Ordnung aber du musst das auch etwas aus der Sicht des Betriebes sehen. Wenn du als Chef die Wahl zwischen einem MG mit und einem ohne Vorkenntnissen hat, wen würdest du einstellen? Genau so läuft das auf dem Arbeitsmarkt. Anders gefragt, fändest du es gut wenn du dich auf eine Stelle bewirbst, du diverse Qualifikationen vorweisen kannst, eigenes Geld investiert und Fortbildungen besucht hast dann aber eine Absage bekommst weil sie einen genommen haben der nach der Schule dachte er versucht das mal?

        Die Ausbildungsvergütung auf Grund der Kenntnisse anzupassen halte ich in der Praxis auch für schwer umzusetzen. Pro Qualifikation 50€ mehr? Dann hast du im Betrieb 3 Azubis im 1 Lj die alle unterschiedlich verdienen, das stiftet Unruhe und fördert keineswegs das Betriebsklima.
        Davon mal abgesehen 400€ sind wenig, 500€ sind ok? dann reden wir von Netto ~ 80€ dafür die Chance auf eine Einstellung zu reduzieren lohnt sich aus meiner Sicht nicht. Wie beim letzten mal schon geschrieben, finde es viel wichtiger was nach der Ausbildung ist.

        Antworten
        • jaques on

          Moin.
          Ich kann Mediengestalter BW nur zustimmen. Ich selbst habe eine Ausbildung in einem mehr schlechten als guten Betrieb gelernt. In der Schule aufpassen, alles aufsaugen was geht. Ich habe es jetzt innerhalb eines Jahres von Ausbildungsvergütung BRUTTO 550€ im letzten Ausbildungsjahr zu 2500€ brutto gekommen. Gute Arbeit zahlt sich aus, wenn man sich nicht unterbuttern lässt und die Personaler mit seinem Können überzeugt. Ausbildung durchhalten, von den Mitschülern lernen und üben üben üben!

          Antworten
  4. Pixelfee on

    Da ich mich damals und teilweise auch heute noch immer wieder mit der Frage beschäftige, wieviel denn das branchenübliche Gehalt beträgt und was man so verlangen kann, gebe ich mal ein wenig Senf dazu.

    In meiner dreijährigen Ausbildung zum Mediengestalter Digital und Print, Gestaltung Technik, Schwerpunkt Nonprint habe ich in NRW in einem 60 Mann starken mittelständischen Unternehmen

    30 Urlaubstage,
    1. Lj. 600€
    2. Lj. 650€
    3. Lj. 710€
    (alles brutto natürlich)
    bekommen.
    Wenn samstags gearbeitet werden musste wegen Auftragsspitzen gab es dafür einen Sonderurlaubstag gutgeschrieben. Wir hatten Gleitzeit und konnten nach Rücksprache dann auch mal nen Tag wegbleiben, um die Stunden abzubauen. Nach der Schule musste man nicht mehr in den Betrieb, wie es leider heutzutage bei vielen Agenturen gang und gäbe ist!
    Bei einer übernahme hätte ich für eine 40-Stunden-Woche 2000€ brutto bekommen, auch wieder 30 Urlaubstage. Kollegin hat ne 35-Stunden-Woche mit 2000€.

    Hatte mich auch in Bremen zur Ausbildung beworben, bei nem Headshop und bei einem naja nennen wir es mal Fotostudio (k**ikfoto), das Azubigehalt war auch lachhaft.
    1.Lj – 3. Lj. gestaffelt ca. 350€, 380€, 420€, natürlich auch wieder brutto.

    Habe zu einem mittelständischen Onlineshop gewechselt im Emsland ca. 60 Mitarbeiter, 1800-2000€ brutto, 24 Urlaubstage.
    Das war def. zu wenig besonders, weil ich sehr viel beherrsche, also Programmierung, Adobe Produkte die man so als Printler (Indesign, Illustrator) und auch Digilog Mensch braucht (Dreamweaver, Photoshop, Flash).

    Bin dann in Bremen angestellt worden, 2500€ brutto, 28 Urlaubstage und viele Benefits für Mehrarbeit etc. flexible Arbeitszeiten.

    Hoffe ich konnte euch somit ein paar Richtwerte geben.

    Ps. Liebe angehende Azubis, ich kann verstehen, dass man viel hinnimmt, wenn MG einfach der Traumjob ist, aber lasst nicht alles mit euch machen und euch gefallen.
    Nur solange Leute sich auf Hungeröhne und unverhältnismäßige Arbeitszeiten einlassen, können Betriebe sowas ausnutzen.
    Solltet ihr also wirklich was auf dem Kasten haben, verhandelt!

    LG und viel Glück

    Antworten
  5. Fest und Selbst on

    Erst einmal vielen Dank für diesen Block 🙂
    Den Fachwirt werde ich mir mal noch überlegen.

    Ich bin 27 Jahre, seit 1,5 Jahren festangestellt als Cutter in einer
    größeren Firma für TV-Entertainment mit ca. 100-150 Festangestellte und einige freie dazu.

    Zunächst als Kind und junger Mann bin ich irgendwie immer in die maschinelle Handwerksecke gedrückt worden. Konnte halt auch immer schon gut mit Felx und Säge^^
    Mitten in dieser Ausbildungszeit zum Anlagenmechaniker, wollte ich aber etwas anderes. Habe neben dieser Ausbildung angefangen mein Hobby weiter nachzugehen. Intuitiv mal ein Gewerbe angemeldet im Bereich Mediengestaltung.

    Die ersten Kunden zufriedengestellt als junger Cutter. Das gefühl endlich das richtige gefunden zu haben, leitete mich dann dazu meine damalige Ausbildung abzubrechen, um in Köln eine private Medien-Schule(Schulzeit selbst finaziert mit Selbstständigkeit) zu besuchen, um dort eine Ausbildung zum gestaltungstechnischen Assistenten zu absolvieren, welche ich mit 1,6 Notenschnitt abgeschlossen habe. Ich weiß, nicht die vielversprechenste Ausbildung in dieser Branche aber viel mehr war für mich nicht nötig, um selbstbewusst im Medienbereich Fuß zu fassen. Damals 23 Jahre alt.

    Mein Gehalt liegt momentan bei 2500€ brutto, ca. 1700 netto.
    Eingestiegen bin ich mit 750€ brutto, ging aber schnell nach oben.
    Vielleicht lag es mit am Talent 🙂

    Arbeitszeit von 9:00 bis 17:30, 40h pro Woche, 2,5 Tage Urlaub pro Monat, kurz befristete Verträge (ca. aller 2-6 Monate neu, zähle die Verträge schon nicht mehr), kein 13. Gehalt… null Zuschuss.

    Überstunden ist wie so oft ein Thema für sich.
    Um Ausbeute zu verhindern sollten wir offiziell nur in Ausnahmen überstunden machen und es vorher anmelden, was in der Praxis absolut unrealistisch ist, da bei uns gerne kurz vor Feierabend doch noch etwas rein kommt und fertig werden muss, weil Sendetermin gesetzt ist usw… Diese angefangene Sendung muss von mir nicht nur fertiggestellt werden sondern mit mir zusammen auch noch abgenommen werden, von Leuten, die 11 oder 15 Uhr erst im Büro erscheinen und mich dann unverständlich anschauen, wenn ich denen klarmache, dass ich eigentlich schon fast zu Hause wäre und sich so langsam Frustration breit macht. Seit kurzem bestehe ich aber auf diese Arbeitsregelung härter, da ich mich als einer der fleißigen und flexiblen Angestellten so lagsam etwas ausgenutzt und unter Wert geschätzt fühle. Das Schnittäffchen halt.

    Ja und nebenbei bin ich natürlich immernoch selbstständig als freier Cutter unterwegs. Mein Traum, der mich über Wasser hält 🙂
    Irgendwie ganz anders aber irgendwie auch das gleiche.
    Mir kommt es so vor, als wäre ich aber in dieser Situation mehr Herr der Lage. Und wenn es mit einem Kunden mal nicht so funktioniert, hat man ihn wenigstens nicht jeden Tag an der Seite.

    Eine Zeit lang konnte ich auch ganz gut allein von der Selbstständigkeit
    leben. Leider ist es aber sehr schwer unbezwungen so viel zu verdienen, wie als Festangestellter. Aber selbst nur mit Wochenend- und Urlaubsaufträgen verdiene ich damit gerne mal meinen Nettolohn oben drauf. Dafür gehen aber auch viele Wochenenden und Urlaubstage flöten. Sonntag ist dann ein Fremdwort für mich, weil ich auch von zu Hause aus arbeiten kann.

    Eigentlich wollte ich mich bloß mal nach einer alternativen Cutter-Stelle + Gehalt erkundigen, nun habt ihr aber mein Senf lesen dürfen:)

    Antworten
  6. melanie on

    Hallo, klasse Seite, vielen Dank! Alles sehr informativ 🙂

    Mein Werdegang (w, 42 Jahre):
    1990 Lehre als Druckformherstellerin, danach für 2 Jahre übernommen worden.
    1995 bis jetzt: kleine, mittelständische Druckerei (10 Personen, davon 3 Chefs)

    Seit 20 Jahren decke ich ebendort selbstständig folgende Bereiche in der Druckvorstufe (insg. 3 Mitarbeiter plus ein Chef) ab:
    – Schriftsetzerin (Akzidenzen, Broschüren, Bücher, Mailings, etc.)
    – komplette Druckvorstufe (Druckformherstellung, Ausschießen, Platten belichten, Kontrolle)
    – System- und Softwarepflege
    – Spezialistin für anspruchsvollere setzerische Tätigkeiten (gerade in PS und AI, welche meine Kollegen nicht beherrschen, mein Chef auch nicht so)
    – Datensicherung
    – seit 3 Jahren zusätzlich zuständig für den neuen Digitalen PrePress Bereich, d.h. selbstständige Abwicklung aller Digitalen Druckaufträge auf einer hp Indigo, inkl. Aufbereiten/Ausschießen der Kundendaten, selbstständige Kontrollen und Austausch mit Kunden, zum Teil schneide ich mir sogar das Papier selbst, fülle die Aufträge aus, verarbeite zum Teil die fertigen Produkte selber weiter
    – zusätzlich werde ich bei Bedarf für Handarbeiten (Kuvertieren, Druckern zuarbeiten, Büroarbeiten <- meine männl. Kollegen übrigens nie, etc.) eingeteilt

    wie es halt in kleinen, familiären Betrieben vermutlich üblich ist.

    Beim Gehalt habe ich wohl eher Glück, er zahlt Tarif (aber alle angeblich gleich, keine Lohnerhöhungen außerhalb Tarif möglich, will er nicht).

    40 h/Woche | 30 Tage Urlaub | Urlaubs- und Weihnachtsgeld | Zuschuss zur betrieblichen Altersvorsorge | VWL-Zuschuss
    Brutto: 3270 | Netto: 2098 (1970)

    was, wenn ich das hier so lese, oberer Bereich ist.

    Es bestehen aber keinerlei Möglichkeiten, seine Situation durch mehr Aufgabenbereiche/Verantwortung etc. zu verbessern.

    Bin also gerade am Bewerben, da ich dort inzwischen keine Zukunftsperspektive sehe (und noch mehr Arbeit bei gleichbleibenden Konditionen sehe ich auch nicht mehr ein; alle zwei Kollegen plus ein Chef stehen nämlich kurz vor der Rente und ich befürchte vermutlich zu Recht, mehr Arbeit auf weniger Leute, nämlich nur mich, weil ich ja alles allein abdecken kann)

    Insgesamt aber eher Jammern auf hohem Niveau, aber wenn man viel und gute Arbeit leistet seit 20 Jahren, möchte man ja auch ein bisschen was davon haben und nicht ins Gesicht gesagt bekommen, dass Leistung, Betriebszugehörigkeit & Co egal sind, weil man keinen Unterschied machen möchte. 😉

    Antworten
  7. Katharina on

    Hallo, diese Seite ist sehr gut und informativ. Vielen Dank.
    2001 habe ich eine 2jährige Umschulung zur MG Digital&Print, FR Mediendesign abgeschlossen.
    Danach einige Jahre durch Praktikumsplatz in einem Maklerbüro und später in einem hotel als MG geabrbeitet, Flyer, Websitenbetreuung, Stammdatenpflege, nach und nach immer mehr Bürotätigkeiten.
    Dann ein Sprung in eine ganz andere Branche für 4 Jahre und nun wieder arbeitssuchend. Derzeit mache ich, auf eigenen Wunsch und mit enormer Motivation, eine geförderte Weiterbildung, um meine Software-Kenntnisse einigermaßen auf den Stand zu bringen wie es heutzutage verlangt wird. Damals gab es das Internet zwar „schon“ 😉 aber wir haben wirklich alles irgendwie nur angekratzt und ausser Photoshop kaum ein Programm besser kennengelernt.
    Nun habe ich nächste Woche ein VG im Raum Hannover.
    Habe mich informiert über die Firma usw. und natürlich wie ich den üblichen „Gehaltswunsch“ am günstigsten beantworten könnte. Da ich weiter weg wohne, wäre eine tägl. Fahrzeit von 1,5 Std minimum pro einfache Autofahrt oder ein Umzug dann vonnöten.
    somit müsste ich schon etwas höher veranschlagen …
    VG Kat

    Antworten
  8. Namen spielen keine Rolle on

    Hallo liebe Mediengestalter,

    meine Geschichte ist sicherlich recht interessant und hat natürlich auch etwas mit Glück und zur rechten Zeit… zu tun.
    Ich habe zunächst 7 Semester an der Uni in den Sand gesetzt um dann doch noch eine Ausbildung als Mediengestalter zu starten.
    Zunächst habe ich keine Stelle bekommen aber dann hat es quasi im letzten Moment doch noch geklappt, da der Azubi der Agentur abgesprungen war. In der Berufsschule war ich dann der zweitälteste und deutlich über dem Durchschnitt (27 Jahre). Gehalt gab es dann diese untertariflichen Beträge um die 500€.
    Nach Ausbildungsende (2,5 Jahre) gab es dann am letzten Tag eine Mail vom Chef in der er mir 1200brutto anbot für eine 6 monatige Probezeit (lächerlich wenn man schon 2,5 Jahre dort gearbeitet hat). Hatte natürlich keine Alternative und musste das Angebot annehmen. Dazu muss man sagen dass ich der einzige in der Agentur war, der digitale Medien beherrschte und ich hier alles alleine umgesetzt habe – der Rest/aber auch das Kerngeschäft war Print (hier habe ich aber auch sehr viel mitgearbeitet).Nach dem halben Jahr wurde „großzügig“ auf 1800€ erhöht.
    Nach einem weiteren Jahr hat meine damalige Ausbilderin gekündigt. Somit war nur noch ich und eine andere Gestalterin (die noch nicht lange in der Agentur war und angeblich Freelancer war, aber jeden Tag kam, den Chef umgarnte und sich als Chefin aufspielte) im Haus. Neu sollte auch niemand eingestellt werden, evtl. wollte man noch einen Azubi holen.
    Von meiner Ausbilderin wußte ich dass sie ca 2700 brutto verdient hatte (also durchaus akzeptabel). Also habe ich dann das Gespräch mit meinem Chef gesucht, der mit dann zähneknirschend 2100€ geboten hat – mehr sei nicht drin.
    Habe hin und wieder nach Stellen gesucht aber nie ernsthaft. Dann kam aber irgendwann der Entschluss, dass ich definitiv weg muss.
    Gerne wollte ich auch wieder in die Heimat (bin extra für die Agentur umgezogen). Auch meine alte Ausbilderin hat mir öfters geschrieben, dass ich dort so schnell wie möglich weg müsse.
    Dann habe ich eine Stelle eines großen Unternehmens mit eigener Werbeabteilung gefunden. Diese passte wie die Faust aufs Auge. Eine einzige Bewerbung und es gab die Zusage. Mit Freunde hab ich dann gekündigt. Das ist jetzt auch schon 2 Jahre her. Hier bekomme ich über 2900€ – aber 14 Gehälter – also über 40000 im Jahr. Demnächst gibts Gehaltsgespräche und dann steigt man alle 2 Jahre weiter auf. Perfekt!
    Vielleicht macht das Ganze ja vielen unzufriedenen Mut!

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