Sagt zumindest die BILD. Sie behauptet (ohne Quellenangabe) Mediengestalter hätten eine Arbeitslosenquote von über 20% und auf dem Arbeitsmarkt setzen sich die Akademiker durch. Man solle „quer denken und eine exotische Ausbildung wie die des Steinmetz in Erwägung ziehen“ (sic!).

Ich glaube, die BILD verkennt da einiges.

  • Mediengestalter ist ein sehr umfassender Begriff, der dutzende Branchen umfassen kann. Von Druckplatten herstellen bis Videoschnitt. Daher kann man so etwas nicht pauschal über den Mediengestalter sagen
  • Mediengestalter ist ein Beruf wo es sehr viele junge Leute gibt. Und bei jungen Leuten ist es überall besonders schwer auf dem Arbeitsmarkt im Moment. Und ich denke insbesondere bei Agenturen ist die Generation Praktikum noch Gang und Gäbe
  • Lange Zeit war es (oder ist es vielleicht sogar noch) üblich, dass die Arbeitsagenturen jede Menge Pfeifen günstig zum Mediengestalter umgeschult haben, die vorher überhaupt keinen Hang zu so was hatten
  • Und halte ich es auch für ein Gerücht, dass die Firmen eher Akademiker einstellen, das Talent kommt bei vielen Arbeitgebern in grafischen Berufen zunächst vor Zeugnissen und Urkunden. Wenn das Talent gleich ist, warum sollte eine Firma einen Akademiker mit einem Akademikergehalt bevorzugen?

Was meint ihr?

Andreas ist ein Spezialist für E-Commerce, UX und Digital Marketing. Folgt ihm gerne auf:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

4 Kommentare zu “Vorsicht beim Ausbildungsberuf Mediengestalter

  1. Berliner Mediengestalter on

    Ich in Köln und Berlin über 200 Bewerbungen verschickt. Kaum Rückmeldungen und wenn, dann z. B. beim Startup für 40 Stunden und 1200 Euro Brutto und all solche Scherze. Ich würde heute jedem von der Ausbildung Mediengestalter abraten.
    Die Bild hat leider ausnahmsweise mal Recht, Studienabgänger haben weitaus bessere Chancen als Menschen mit abgeschlossener Ausbildung zum Mediengestalter. Was man völlig vergessen kann ist der Beruf: Gestaltungstechnischer Assistent. Das man so was überhaupt noch auf dem Markt anbietet, einfach unverschämt! Damit sinken die Berufschancen auf Null.
    Habe mich mal informiert, ob man mit einem Studiumsabschluss mehr Gehalt bekommt, als mit der Ausbildung, dem ist mit Nichten so! Der einzige Vorteil: Du darfst als Werksstudent in der Agentur als billige Arbeitskraft anfangen und bist halt drin. Von da aus darf man sich dann hochschufften.
    Finger weg vom Ausbildungsberuf Mediengestalter, wenn es unbedingt sein muss, dann nur an namenhaften Unis und auf keinen Fall bei privaten Möchtegern Akademien wie Cimdata und Co. Kostet einen Haufen Geld, sehr schlechte Ausbildungsqualität, ehemalige Schüler arbeiten dort als Dozenten, die ganze Stimmung und die Mitschüler in dem Laden…einfach nur Harz4 Niveau: Ich will irgendwas mit Medien machen, Hipp Hopp Videos drehen usw.
    Absolut enttäuschend!!!

    Antworten
  2. Shinsei on

    Ich habe im Mai meinen Bachelor als Mediengestalterin in England gemacht, habe mich mittlerweile bei mehr als 15 Agenturen im Raum Köln beworben und nur eine Rückmeldung bekommen – seit August. Die Rückmeldung war leider nach einem netten Bewerbungsgespräch negativ da man sich dafür entschied lieber erfahrenes Personal einzustellen – kann Ich auch nachvollziehen so weit.
    Aber jetzt kommt die Frage: Wo soll man denn Erfahrung sammeln, wenn man nicht eingestellt wird?

    Der Kölner Stadtanzeiger schrieb etwas ähnliches vergangene Woche, wo meinereins sich wundert, warum auf dwdl, icjobs und monster so viele Stellenangebote in den verschiedensten Bereichen offen stehen, gerade in der TV-Branche.

    Antworten
    • Andreas on

      Hallo Shinsei, danke für dein Feedback! Hmm vielleicht hat es andere Gründe? Ich dachte in Köln gibt es immer irgendwo einen Medien-Job. Schonmal die Bewerbungsunterlagen von extern prüfen lassen? Vielleicht auch mal was ausgefallenes probieren? Oder mal auf Praktika bewerben und dort überzeugen und vielleicht übernommen werden?

      Antworten
    • Noel on

      Hallo Shinsei,

      Erfahrung hat nicht mit unbedingt etwas mit einer Anstellung zu tun. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eigentlich nur das dargestellte/gezeigte Können zählt, also lern‘ dein XHTML/HTML5, CSS/3 und ein paar gute jQuery-Tricks, bau ein paar geile Seiten damit und damit sollte das dann kein Problem sein mit gutem Einstiegsgehalt in einer netten Agentur unterzukommen.

      Beste Grüße,
      Noel

      Antworten